Ausweichverkehr Österreich verärgert über Grenzkontrollen

Angesichts langer Rückstaus wegen der deutschen Grenzkontrollen an der A 8 will die Salzburger Landesregierung den Ausweichverkehr aus den eigenen Gemeinden aussperren und ihn stattdessen durch den engen Berchtesgadener Talkessel schicken. Dies hat der Salzburger Landesrat für Verkehr, Stefan Schnöll (ÖVP), angekündigt. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte zugesagt, die Kontrollen am Walserberg mit einer dritten Spur flüssiger zu machen. Nun habe man erfahren, dass es diese rund zwei Millionen Euro teure Spur wegen langwieriger Auftragsvergaben erst nach der Hauptreisezeit im Sommer geben werde, teilte Schnöll mit. Daher werde man die Anwohner der Ausweichstrecken auf Salzburger Seite schützen und fallweise Ausfahrten für den Durchgangsverkehr sperren. Als "Hauptausweichroute" werde man den Weg von Salzburg Süd nach Marktschellenberg und Berchtesgaden und von dort über Bad Reichenhall und Piding oder via Inzell auf die A 8 ausweisen. Die Straßen führen durch bergiges Gebiet. Die Bürgermeister von Marktschellenberg und Berchtesgaden, Franz Halmich und Franz Rasp, kritisierten Schnölls Pläne. So gehe man nicht mit Nachbarn um, hieß es von Rasp. Berchtesgaden solle "für die Salzburger Verkehrsprobleme in Geiselhaft genommen" und "absichtlich ins Verkehrschaos gestürzt" werden. Bayerns Verkehrsminister Hans Reichart (CSU) mahnte zur Besonnenheit. Die dritte Spur am Walserberg könne heuer fertig werden. Deutschland hat die Kontrollen kürzlich bis November verlängert - ebenso wie Österreich seine eigenen Kontrollen zu Ungarn und Slowenien.