Ausstellungen - Ansbach:Landesausstellung "Typisch Franken?" in Ansbach eröffnet

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Ansbach
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, spricht im Rahmen der Eröffnung der Bayerischen Landesausstellung. Foto: Daniel Karmann/dpa (Foto: dpa)

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Ansbach (dpa/lby) - Was ist typisch Franken? Bratwurst, Wein, Bier, Lebkuchen, Fachwerk - sind wohl die häufigsten Antworten auf diese Frage. Doch dass Franken viel mehr ist, zeigt die diesjährige Landesausstellung in Ansbach. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), selbst Franke, eröffnete die Schau am Dienstag offiziell. Diese sei eine Liebeserklärung an Franken, sagte er. "Typisch Franken ist schon unsere Vielfalt."

Das Fragezeichen im Titel der Ausstellung haben die Fachleute vom Haus der Bayerischen Geschichte eigenen Angaben nach bewusst gesetzt. Denn diese hinterfragt auch gängige Klischees und Vorurteile. Das Fragezeichen deute aber auch auf ein gewisses Understatement hin, das man gemeinhin mit den Franken verbinde, sagte Kunstminister Markus Blume (CSU). Oberbayern dagegen würde sich mit mindestens drei Ausrufezeichen im Titel schreiben, betonte er.

Der Franke werde natürlich oft unterschätzt, sagte Söder. Aber eigentlich wisse er um seine Qualitäten. Er fahre auch ab und zu in den Urlaub. Das Schönste daran sei für ihn aber, wenn er wieder in die Heimat zurückkehre. "Der Franke ist einfach gern daheim", sagte Söder. Maximal schockieren könne man ihn, wenn man sich im Wirtshaus mit an seinen Tisch setze, obwohl noch andere Plätze frei seien. "Es dauert, bis man den Franken zum Freund hat, es geht nicht so schnell." Aber wenn man ihn mal habe, werde man ihn nicht mehr los, sagte Söder.

Auf etwa 1000 Quadratmetern können sich Besucherinnen und Besucher ab Mittwoch in der Orangerie und der Stadtkirche St. Gumbertus auf Zeitreise kreuz und quer durch Franken begeben. Anhand von rund 150 Exponaten werden neun fränkische Regionen zwischen dem Mittelalter und 1800 beleuchtet. Es gibt aber auch Bezüge zur Gegenwart.

Immer wieder greift die Ausstellung typische und vermeintliche Charakteristika Frankens heraus: Man lernt etwas über das Weinland Franken, übers fränkische Bier, über Tracht, die Konfession und natürlich die Bratwurst. Am Ende sollen dann die Besucherinnen und Besucher selbst entscheiden, was sie mit Franken verbinden.

Dass Franken nun zum dritten Mal im Mittelpunkt einer Landesausstellung steht, damit hat der Franke Söder allerdings nichts zu tun. Diese wurde bereits während der Amtszeit von seinem Vorgänger, dem Oberbayern Horst Seehofer (CSU), angestoßen, wie man im Ausstellungskatalog nachlesen kann. Diese Ausstellung rücke nun das Besondere Frankens in den Mittelpunkt, betonte Söder. "Denn es ist ja nicht in Zahlen und Statistiken zu messen, sondern Franken ist ein Gefühl - und zwar ein sehr unterschiedliches und heterogenes Gefühl."

© dpa-infocom, dpa:220523-99-402592/5

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