Ausflugsziel Wackersberg:Denkmalgeschützte Stuben mit Patina

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In diesem Jahr feiert der Altwirt sein 250-jähriges Bestehen. Auf die denkmalgeschützten Stuben hat sich die Patina von Generationen gelegt. Von Renovierungen ist der Altwirt verschont geblieben, deshalb hängen noch die hundert Jahre alten Fotos von den Gebirgsschützen an den getäfelten Wänden.

In der Luft liegt der Geruch von Faschingsbällen, Vereinsfeiern und Schweinsbraten. Hinten in der Stube, da saß früher immer ein ganz besonderer Gast: Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der in Wackersberg ein Ferienhaus besaß und es genoss, zwar geachtet, aber nicht beachtet zu werden.

Wackersberg

Einheiraten und Tracht tragen reicht nicht: Ein echter Wackersberger wird man nicht so leicht.

(Foto: Sebastian Beck)

"Der Altwirt ist für uns sehr, sehr wichtig", sagt Baumgartner. "Das ist unser Vereinsheim." Die Wirtschaft markiert das Zentrum des Dorfs, immer noch. Der letzte Laden hat schon vor ein paar Jahren zugemacht, die Zahl der Kirchgänger geht auch in Wackersberg zurück. Der Wirt bleibt.

Vor vier Jahren hat Konrad Goldner den Altwirt von seinen Eltern übernommen. Am Morgen schürt er den alten Holzofen ein, in dem der Schweinsbraten reift. Tafelspitz, Schnitzel, Braten, damit macht er einen großen Teil des Umsatzes. Und daran hält Goldner eisern fest: "Bodenständig" sei die Kost.

Sinnbild eines bayerischen Gasthauses

Für Freunde der leichten Küche ist der Altwirt die falsche Adresse. Im Dorf sagen sie, so ein bisschen frischer Wind auf der Speisekarte wäre bei aller Tradition vielleicht mal ganz gut. Damit ihre Wirtschaft bleibt, was sie so lange war: das Sinnbild eines bayerischen Gasthauses.

Die Gebirgsschützen werden jedenfalls wiederkommen: Erntedankfest ist so ein Pflichttermin im Altwirt. Dann sitzen wieder die da, die immer da sitzen. Wie wird man eigentlich Wackersberger? "Einheiraten reicht nicht", sagt Hauptmann Baumgartner. "Wackersberger wird man, indem man länger da wohnt." Wie lange, das sagt er nicht. Aber ein paar Generationen sollten es wahrscheinlich schon sein.

Für den Tipp bedanken wir uns bei Konrad Goldner aus Wackersberg.

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