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Ausflugstipps:Zwischen Traum und Albtraum

Quelle: SZ-Grafik

Während Reichenschwand mit Stuhlsammlung und Schloss Erbauliches bietet, eröffnet in Hersbruck in Kürze ein Dokumentationsort zum ehemaligen KZ

Man kommt ja nicht zufällig nach Reichenschwand. Wer sich für Stühle interessiert und die Sammlung Löffler besuchen möchte, sollte sich ohnehin zuvor anmelden. Das geht per Telefon unter 09151 / 83 00 80 oder per E-Mail an sammlung@loeffler.de. Und wer dann schon mal da ist, kann in der Gemeinde noch das ein oder andere Ziel ausmachen. Zum Heiraten beispielsweise oder für andere Festivitäten. Dafür lässt sich ein wahrlich repräsentativer Ort finden. Das Schloss Reichenschwand mit Allee und großzügigem Park ist aber auch für Besucher einen längeren Blick wert. Ursprünglich war das im 14. Jahrhundert eine Burg am Fluss, ein vermögender Kaufherr erfüllte sich zwei Jahrhunderte später seinen Traum vom Renaissance-Wasserschlösschen. Wiederum drei Jahrhunderte später wurde das Haus eher neugotisch umgestaltet, bevor es in den 1970er-Jahren Kuranstalt wurde, später Weiterbildungsakademie und Gourmetrestaurant. Nachhaltig bedeutsam ist der Repräsentationsbau eher nicht, hübsch anzuschauen aber durchaus. Mehr Informationen im Internet unter www.schlossrestaurant-reichenschwand.de.

Wer von Reichenschwand Richtung Nürnberg fährt, kommt nach Neunkirchen am Sand, wo ein archäologischer Wanderweg auf den Glatzenstein führt. Entlang des Pfades finden sich Hügelgräber, die davon zeugen, dass die Gegend schon sehr früh besiedelt war. Ein paar Infotafeln lassen den Wanderer wissen, auf was er da eigentlich trifft. Und wer die 570 Meter auf den Glatzenstein hinaufgestiegen ist, dem bietet sich ein schöner Blick über das Nürnberger Land.

Nach Hersbruck zieht es nicht nur kulinarisch, sondern auch historisch Interessierte. In der Stadt stand ein lange vergessenes Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. Die Häftlinge sollten in den Berg Houbirg bei Happurg eine unterirdische Fabrik für Jagdflugzeuge bauen, die allerdings nie in Betrieb genommen wurde. Nur acht Monate existierte das KZ, doch starben während dieser Zeit 3500 Menschen in Hersbruck, weitere 500 auf dem Todesmarsch nach Dachau, auf den die Menschen geschickt wurden, als die alliierten Truppen heranrückten.

Am 25. Januar wird in Hersbruck in Dokumentationsort eröffnet, der die Geschichte des Lagers erzählt, von dem heute nichts mehr zu sehen ist. Die Baracken wurden abgerissen, das Gelände überbaut. Die Ehrenamtlichen des Vereins "Dokumentationsstätte KZ Hersbruck" bieten Führungen an, Informationen unter www.kz-hersbruck-info.de. Der Landtag wird am 25. Januar eine Gedenkfeier in Hersbruck abhalten, die im Fernsehen übertragen wird. Auch in Happurg, wo die Stollenanlage war, die nicht mehr zugänglich ist, entsteht ein Dokumentationsort.