Ausflugstipps Wandern, Radeln, Lama-Trekking

Quelle: SZ-Grafik

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Rund um Oed kann man am Wegesrand allerlei bestaunen: die König-Otto-Tropfsteinhöhle zum Beispiel oder einen Kletterfelsen namens "Alter Fritz"

Die grünen Hecken an einem steilen kleinen Weg sind der einzige Platz in Oed, an dem auf dem Handy wenigstens ein kleiner Empfangsbalken auftaucht. Der städtische Handynarr reckt sein Gerät in die Luft, um es gleich vollkommen zu vergessen. Zu beeindruckend ist das Naturschauspiel, in das er auf seiner Netzsuche hineingestolpert ist. Die Wintersonne bricht durch die Baumwipfel, das dunkle Moos leuchtet hellgrün auf. Nach einem steilen Aufstieg im dunklen Wald die Weite einer Lichtung, ein Jägerstand in der Ferne. Die Markierungen an den Baumstämmen weisen darauf hin, dass sich hier noch viel mehr Wanderwege über Berg und Tal schlängeln.

Der bekannte Erzweg führt durch den kleinen Ort Oed, genau wie der Fünf-Flüsse-Radweg. Der Erzweg ist ein mehr als 150 Kilometer langer Wanderweg, der zu großen Teilen über naturbelassene Pfade, Bach- und Flusslandschaften führt. Einen Besuch wert ist auch die König-Otto-Tropfsteinhöhle bei Velburg, die ein Schäfer vor 120 Jahren am Namenstag des Bayernkönigs Otto zufällig entdeckte. Ganz in der Nähe gibt es auch eine Burgruine zu besichtigen. In Haunritz kann der Wanderer das mittelalterliche Hammerschloss bestaunen, im nächsten Ort Lichtenegg abermals eine Burgruine, von deren Gemäuer der Blick bis ins Fichtelgebirge reicht. Recht gut blicken lässt es sich auch vom Kletterfelsen des "Alten Fritz", einer imposanten Felsformation bei Haunritz, die den Spitznamen des Preußenkönigs Friedrich des Großen trägt - angeblich, weil der Stein dessen Antlitz ähnlich sieht.

Direkt gegenüber blicken Lamas in die Landschaft. Ja, Lamas. Die Tiere mit dem dicken Fell, die gerne spucken, wenn sie klären, wer der Chef ist in der Herde. Sie stammen eigentlich aus Südamerika, doch zehn von ihnen stehen mitten in der Oberpfalz. Sie gehören zum Meier-Hof in der Fränkischen Alb. Dort bieten sie "Lama-Trekking" an, soll heißen: Wandern mit Lamas. Mindestens eine Stunde zieht die Karawane aus Mensch und Lama dann durch die Wälder. Dauert es länger, tragen die Lamas, die schon die alten Inkas als Lasttiere verwendeten, die Brotzeit.

Bei der Frage, wo der Schweinsbraten nach der Wanderung verspeist wird, gibt es eine breite Auswahl. Ob Weigendorf, Haunritz oder eben Oed, so klein die Orte auch sind, ein uriges Traditionswirtshaus haben sie alle. In Oed bietet sich auch noch ein Besuch bei der Oedmühle an, nicht nur, weil Leonie Bräutigam von dort ihre Kräuterführungen anbietet (siehe Artikel Die Kraft der wilden Kräuter). Am Deutschen Mühlentag im Mai führt sie auch durch die fünf Stockwerke der 1929 erbauten und original erhaltenen Kunstmühle.

Für den Tipp danken wir Karl Wölfl aus Schwandorf.