Süddeutsche Zeitung

Ausflugstipps:Grandiose Bilderwelten

Haus der Wildnis, Pfarrkirche und Bauernhofmuseum: Die Schönheiten des Bayerischen Waldes eröffnen sich nicht nur in der Natur

Es gibt viel zu sehen, zu staunen und zu erleben im Dreieck zwischen dem Großen Arber (1456 Meter), Zwiesel und der tschechischen Grenze - an vielen Orten. Besonders viel zu sehen, zu staunen und zu erleben gibt es aber auch an nur einem einzigen Ort: dem Nationalparkzentrum Falkenstein in Lindberg. Ein 1,5 Kilometer langer Weg führt vom Parkplatz und Bahnhof Ludwigsthal vorbei an einer Steinzeithöhle durch vier Tier-Freigelände zum "Haus der Wildnis".

In der Höhle ermöglichen Filme, Schautafeln und 3D-Animationen eine Zeitreise in die Urgeschichte des Bayerischen Waldes: Wie haben sich unsere Ahnen wohl gefühlt, als Wildpferde, Rentiere sowie Auerochsen und nicht der Mensch das Bild der Landschaft prägten? Ein bisschen ein Gefühl dafür bekommen Besucher beim Anblick von Wölfen, Luchsen, Wildpferden und Auerochsen in den Freigehegen. Und im Haus der Wildnis bietet eine interaktive Ausstellung überraschende Einblicke in die Natur, im Kino gibt es eine fiktive 3D-Wildnisreise und im Wurzelgang ist die unter der Erde verborgene Welt der Wildnis zu entdecken. Und: Das alles ist kostenlos!

Ebenfalls kostenlos und fast auch ein Muss ist die Pfarrkirche Herz Jesu in Ludwigsthal, die 1893/94 im Stil der romanischen Kirchen erbaut wurde. Wenn sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, eröffnet sich im Innenraum eine grandiose Bilderwelt: Er ist völlig ausgemalt, es gibt keinen Fleck, der nicht durch Bilder, Ornamente oder Farbe ausgefüllt ist. Allein deren Beschreibung umfasst im Kirchenführer acht Seiten. Vor 1000 Jahren, als der romanische Baustil begann, konnten die meisten Menschen weder lesen noch schreiben. Sie waren auf die Bilder angewiesen, die ihnen die christliche Heilsgeschichte und den Glauben zeigten.

Zwei der vier Poschinger-Schlösschen in der Gemeinde Lindberg können besichtigt werden, in den Ortsteilen Ludwigsthal und Buchenau. In Oberzwieselau lebt noch ein Spross der Familie, er betreibt dort eine Landwirtschaft und einen Golfplatz. Und in Spiegelhütte wohnen inzwischen Feriengäste in privaten Appartements.

Einen Abstecher lohnt auch das Bauernhofmuseum im Zentrum von Lindberg. Hier kann der Besucher in zehn Zimmern in das bäuerliche Leben und Arbeiten früherer Jahrhunderte eintauchen. Die größte Kristallglaspyramide der Welt steht in Zwiesel: 93 665 Weißweinkelche sind in 65 Ebenen auf eine Höhe von acht Metern gestapelt.

Hausgemachte Kuchen und Torten sowie einen von der 74 Jahre alten Wirtin Anneliese Strassner zubereiteten viel gerühmten Schweinebraten gibt es im Forsthausstüberl in Spiegelhütte. Allerdings ist es sinnvoll, vor einem Besuch anzurufen. Die Kapazitäten von Gastraum, Küche und Wirtin sind begrenzt.

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Quelle:
SZ vom 02.02.2016 / rsy
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