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Ausflugstipps:Ein gesegneter Landstrich

SZ-Karte

Die Kirche hat die Gegend rund um Iphofen ebenso geprägt wie der Weinbau - beide Einflüsse sind bis heute sehr präsent

Es geht in dieser Gegend immer um Wein, natürlich, es wäre ja beinahe lästerlich, wenn nicht. Das fränkische Weinland ist ein gesegneter Landstrich, man kann es kaum anders sagen, und das gilt auch noch ein paar Kilometer abseits vom Main in Richtung Steigerwald. Dort verkehrt im Sommer gar ein Bocksbeutel-Express, damit die Besucher gar nicht erst in den Gewissenskonflikt geraten können, eine Heckenwirtschaft zu besuchen und eine Apfelschorle trinken zu müssen, weil sie mit dem Auto da sind. In einer Heckenwirtschaft bewirteten früher Winzerfamilien ein paar Wochen im Jahr ihre Gäste im Wohnzimmer, in der Scheune oder wo Platz war, es gab Wein und eine Brotzeit. Ganz so rustikal ist es leider nicht mehr überall, am Grundprinzip hat sich aber nichts geändert: Es ist nur eine Zeitlang geöffnet und angeboten wird, was der Hof so hergibt. Viele Winzer, und die gibt es zahlreich rund um Iphofen, kann man aber das ganze Jahr über in ihren Weingütern besuchen. Die bekannteste Iphöfer Weinlage ist nach einem ebenso bekannten wie umstrittenen Mann benannt, dem Würzburger Fürstbischof Julius Echter. Während seiner langen Regierungszeit von 1573 bis 1617 prägte er Würzburg als Bauherr und Verwaltungsreformer, er gründete die Universität und das Juliusspital. Während seiner Herrschaftszeit wurden aber auch Juden vertrieben und Menschen als Hexen verfolgt. Vor allem trieb Echter die Gegenreformation voran, auch im heutigen Landkreis Kitzingen musste wegziehen, wer sich nicht wieder vom lutherischen zum katholischen Glauben bekehren wollte.

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