Ausflugstipps:Der Spargel wächst

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Grafik: Michael Mainka

Dem Gemüse ist in Schrobenhausen gleich ein ganzes Museum gewidmet. Auch für Freunde der Malerei hat die Region einiges zu bieten

Wer im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen neben dem kargen Donaumoos konventionellere und prominentere Sehenswürdigkeiten sucht, muss nicht weit fahren. Die zwei namensgebenden Städte haben etliche Museen zu bieten, von denen jedes für sich alleine die Anfahrt lohnt. Allen voran die Staatsgalerie im Neuburger Schloss, sie beherbergt 150 Werke der bedeutendsten Meister der flämischen Barockmalerei wie Peter Paul Rubens oder Anthonis van Dyck.

Und wer schon mal in der ehemaligen Residenzstadt des Fürstentums Pfalz-Neuburg ist, sollte sich die historische Altstadt nicht entgehen lassen. Der Karlsplatz ist ein sehenswertes Renaissance-Ensemble, zu jeder Jahreszeit, auch wenn man nicht in einem der Straßencafés sitzen kann. Ein Spaziergang durch die Gassen ist Pflicht, es gibt geschmacksvolle Geschäfte für Kunsthandwerk und Möbel, Vinotheken und Cafés. Fast jedes Haus ist ein Hingucker, wegen seiner Fassade, Erker oder Malereien - oder allem zusammen.

Schrobenhausens Stadtkern ist weniger prächtig, aber ebenfalls einen Besuch wert. Hier vor allem das Lenbach-Geburtshaus, in dem der sogenannte Malerfürst Franz von Lenbach anno 1836 als 13. Kind eines Maurermeisters auf die Welt kam. Im Vergleich zum Münchner Lenbachhaus ist dieses Gebäude geradezu mickrig, aber dafür umso charmanter. Hier hängt eines seiner ersten Auftragswerke - eine Schützenscheibe für das Schrobenhausener "Königsschießen 1857". Anfangs hielt der junge Lenbach in seinen Bildern vor allem das bäuerliche Leben in und um Schrobenhausen fest. Erst später avancierte er zum berühmten und hochdotierten Porträtmaler, dem vier Kaiser, ein Papst, Könige, Kanzler und Minister Modell standen. In Schrobenhausen sind viele Selbstbildnisse und Porträts von Familienmitgliedern zu sehen, aber auch ein großes Gemälde Otto von Bismarcks. In einer Vitrine sind auch Lenbachs Totenmaske und zahlreiche Orden und Ehrenmedaillen zu sehen. Oben im Dachboden befindet sich das karge Kinderzimmer des Meisters. Eigentlich gehört es nicht zur Ausstellung, aber wer die Führerin freundlich bittet, darf vielleicht einen kurzen Blick hineinwerfen. Ein krasser Kontrast zu seiner späteren fürstlichen Villa in München.

Vom Malerfürsten zur Königin der Gemüse: Nur einige wenige Bögen in der Schrobenhausener Stadtmauer entfernt, befindet sich das Europäische Spargelmuseum. Es zeigt die Geschichte des Anbaus und des Verzehrs. Ganz oben im ehemaligen Gefängnisturm werden prächtiges Besteck und Geschirr präsentiert und Kunstwerke, die den Spargel thematisieren. Dabei gibt es auch frech-frivole Exponate, die inspiriert wurden von der Form und auch der vermeintlich lustfördernden Wirkung des Spargels.

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