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Ausflugstipps:132,5 Kilometer für Neugierige

Quelle: SZ-Karte

Entlang der Wörnitz überraschen mehrere ungewöhnliche und spannende Museen, die auch Kinder begeistern können

Die Wörnitz ist 132,5 Kilometer lang, an ihren Ufern gibt es neben den zahlreichen Klöstern und Kirchen, Mühlen und Storchennestern einige spannende Museen zu besuchen, die auch dem Nachwuchs gefallen werden. Los geht's im Schlossmuseum Schillingsfürst mit dem fürstlichen Falkenhof. Wenn die Greifvögel zu ihren Rundflügen starten, bleibt garantiert kein Kindermund gelangweilt geschlossen.

Im Brunnenhaus-Museum von Schillingsfürst geht es beschaulicher zu, dafür steht dort eine fast einmalige Apparatur: Die Ochsentretanlage aus dem Jahr 1702 gilt als eine der bedeutendsten technischen Kulturdenkmäler im deutschsprachigen Raum. Die Ochsen gingen hier auf einer schrägen Scheibe und hielten damit eine Pumpe in Gang, die jahrhundertelang das Schloss über den Dächern der Stadt mit Wasser versorgte.

Im modernen Wassertrüdinger Museum Fluvius blubbert und gluckert und rauscht es auf drei Stockwerken. An den interaktiven Bildschirmen quakt der Laubfrosch und klappert der Klapperstorch, auch der Biber und der Eisvogel sind - ausgestopft - zu besichtigen. Man kann sogar in die Wörnitz "eintauchen" und die Perspektive eines Karpfens einnehmen. Das Obergeschoss informiert über die Fischzucht in Teichen, eine traditionelle Branche, die in Mittelfranken betrieben wird.

Das Limeseum mit dem Römerpark in Ruffenhofen ist eines der ungewöhnlichsten Museen Bayerns: Auf dem Weg dorthin über eine Art Feldweg wird man den Verdacht nicht los, sich massiv verfahren zu haben. Nicht umdrehen, irgendwann erscheint am Berg der spiralförmige Bau, in dem sich eine hochgelobte Ausstellung über die Römer und ihren Grenzwall befindet. Es gibt auch einen großen Spielplatz und Picknickbänke sowie einen 360-Grad-Aussichtsberg, von dem aus man nicht nur den Hesselberg erblickt.

Ein eher klassisches Ausflugsziel ist die Harburg hoch oberhalb des gleichnamigen Städtchen. Die mächtige und gut erhaltene Burganlage ist bis heute in Teilen bewohnt und hat eine Gastwirtschaft. Für die großen und kleinen Freunde der Ritter und Burgfräuleins gibt es Führungen.

In Donauwörth steht der Treffpunkt für Puppenfreunde: Das Käthe-Kruse-Museum zeigt alte und neue Figuren der genialen Puppenmutter und Unternehmerin. Bis heute werden in Donauwörth die weltberühmten Puppen per Hand gefertigt. Was nicht alle wissen: Die Firma hat einst auch Schaufensterpuppen produziert - und für die Weltausstellung 1939 in New York auch 17 lebensgroße Figuren von "Exoten". Welch ein erstaunlicher Anblick: Obwohl sie fast 80 Jahre alt sind, wirken diese Figuren extrem realistisch und lebendig. Die Museumsmacher von Madame Tussauds und ihre Computer würden vor Neid erblassen.