Mitten in AugsburgDamit sie wieder zubeißen können – auch Tiger müssen zum Zahnarzt

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Auch Tiger haben manchmal Zahnschmerzen.
Auch Tiger haben manchmal Zahnschmerzen. dpa

Ein entzündeter Eckzahn kann einer Großkatze das Leben und das Fressen ziemlich schwer machen. Rettung kommt vom Zahnarzt, aber nur wenn die Anästhesie passt, sonst wird es gefährlich – für den Arzt.

Von Florian Fuchs

Die Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde (DGT) lässt keinen Spielraum für Zweifel: Zahnbehandlungen ohne Anästhesie bei Katzen, heißt es in einer Stellungnahme, seien weder effektiv noch gründlich. Bereits kleine, unkontrollierte Bewegungen des Katzenkopfes während der Behandlung, und sei es nur während einer Zahnsteinentfernung, könnten das parodontale Gewebe des Tiers leicht verletzen.

Beim Tiger, ließe sich noch anmerken, ebenfalls ein Exemplar aus der Familie der Katzen, könnten kleine Bewegungen des Kopfes während der Zahnbehandlung ebenfalls zu Problemen führen. Unter anderem zum Verlust von Gliedmaßen – beim Arzt.

64 Prozent aller Tiere haben eine Zahnbetterkrankung, heißt es bei der DGT. 70 Prozent aller Katzen, die älter als drei Jahre sind, weisen schmerzhafte Zahndefekte auf. Es ist unklar, ob diese Statistik auch für Großkatzen gilt, der Verdacht liegt jedenfalls nahe. Der Sumatra-Tiger Djhala aus dem Zoo Augsburg jedenfalls ist kürzlich um eine Behandlung nicht herumgekommen.

Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, hatte sich der zwölfjährige Kater ein Stück eines Eckzahns abgebissen – und fortan wegen einer Entzündung offenbar Schmerzen beim Kauen. Also wurde er unter Einhaltung aller Standards der DGT – und nicht nur zum Schutz des Tiers – unter Narkose in der Tierklinik Gessertshausen erfolgreich einer Wurzelbehandlung unterzogen.

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Solche Operationen bei Tigern kommen alleine in Deutschland erstaunlich häufig vor. Aus dem Zoo Duisburg etwa finden sich Berichte, wonach der inzwischen gestorbene Tiger El-Roi vor fünf Jahren wegen eines Lochs im Eckzahn einen dreistündigen Eingriff über sich ergehen lassen musste.

Weil El-Roi ein kleiner Angsthase war, hat er noch versucht, sich ins hohe Gras seines Geheges zu verkrümeln, als die Tierärztin anrückte – sie und ihren Narkosepfeil kannte er schon. Hat ihm nichts genützt, genau wie der Kollegin Cara im pfälzischen Maßweiler ein Jahr zuvor. Das Tigerweibchen erhielt von Spezialisten eine Goldkrone, weil sie sich verletzt hatte. Das Zähnefletschen geriet fortan umso beeindruckender.

Bereits kurz nach dem Eingriff ging es dem Tigerweibchen wieder gut, die Krone hielt allen Belastungen stand. „Cara kann schon wieder Knochen zertrümmern“, vermeldete damals die Wildtierstation Tierart, in der die Großkatze noch immer lebt. Tigerkater Djhala aus Augsburg frisst inzwischen ebenfalls wieder ohne Schmerzmittel – und ganz ohne Gold im Maul.

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