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Augsburg:Weltbild will 200 Leute feuern

"Die Mitarbeiter sind wütend und entsetzt": Nach Insolvenz und Massenentlassungen sollen bei der Weltbild Retail GmbH weitere 200 Menschen entlassen werden. Betriebsrat und Gewerkschaft erheben schwere Vorwürfe gegen Investor Droege - und kündigen einen "massiven Kampf" an.

Die Mitarbeiter des angeschlagenen Augsburger Medienhandelshauses Weltbild kommen nicht zur Ruhe: Nach Insolvenz und Massenentlassungen sollen bei der Weltbild Retail GmbH weitere 200 Mitarbeiter entlassen werden. Dies gab die Geschäftsführung am Donnerstag in einer internen Sitzung bekannt. Nach Angaben des Betriebsrates sollen noch vor Weihnachten 100 Personen gehen, weitere 100 sollen im Februar folgen.

Der Betriebsratsvorsitzende Peter Fitz bezeichnet diese Pläne als "skrupellos" und kritisiert den neuen Investor Droege International AG scharf: "Der Milliardär aus Düsseldorf will Weltbild auf Kosten der Arbeitnehmer auspressen und persönlich möglichst schnell hohe Profite einfahren." Offenbar plane das Management "die gezielte Verkleinerung des Unternehmens".

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Droege hatte die Weltbild-Gruppe nach ihrer Insolvenz übernommen und angekündigt, keine weiteren Entlassungen vorzunehmen. "Die Mitarbeiter sind wütend und entsetzt. Wir wurden von vorne bis hinten belogen", sagt Betriebsrat Timm Boßmann, "in der Geschäftsführung fehlen nach wie vor Konzept, Struktur und Führung."

Thomas Gürlebeck von der Gewerkschaft Verdi kündigt Widerstand der Belegschaft an: "So geht es nicht. Es wird jetzt massiven Kampf geben." Eine Weltbild-Sprecherinnen teilt auf Anfrage mit: "Alle Maßnahmen werden in engster Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern ausgehandelt und so sozialverträglich wie möglich gestaltet." Droege stehe weiterhin hinter dem Unternehmen.