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Augsburg:Mit einer Flatrate durch den Stadtverkehr

Wer all die neuen Formen urbaner Mobilität nutzen möchte, verliert schnell den Überblick - Tagesticket für die Tram, Leihradtarif und die Abbuchung vom Carsharing-Anbieter. Augsburg macht damit jetzt Schluss: Von November an wird sie den Stadtwerken (SWA) zufolge die erste deutsche Stadt mit einem Flatrate-Angebot sein. "Wir wollen unseren Kunden eine Rundum-Mobilität anbieten, sodass immer mehr Leute, die nicht wie Berufspendler darauf angewiesen sind, auf ein eigenes Auto verzichten können", sagt SWA-Geschäftsführer Walter Casazza.

Die Flatrate bieten die Stadtwerke in zwei Preispaketen an: Eins für 79 Euro und eins für 109 Euro im Monat. In beiden Tarifen ist ein Monatsticket für die Trambahnen und Stadtbusse enthalten, sowie die kostenlose Nutzung der SWA-Leihräder. Nur bei der Nutzung der Sharing-Autos unterscheiden sich die Tarife: Beim günstigeren Tarif ist die Fahrzeit auf 15 Stunden im Monat und 150 Kilometer begrenzt. Bei dem Tarif für 109 Euro entfällt die Kilometergrenze und man kann bis zu 30 Stunden im Monat mit einem geliehenen Auto unterwegs sein. Das Besondere sei, sagt SWA-Geschäftsführer Casazza, dass man die geliehenen Autos auch über das Stadtgebiet und die Umlandgemeinden hinaus fahren kann. "Ein Kunde ist mit einem SWA-Auto schon einmal bis nach Sizilien unterwegs gewesen", sagt Casazza. Sie seien also nicht nur für die Fahrt zum Baumarkt einsetzbar, sondern auch für Ausflüge in die Natur. In der Stadt und in Gemeinden wie Stadtbergen, Gersthofen und Königsbrunn, stehen 80 Leihstationen mit 200 Autos verschiedener Größen. Die SWA verweisen darauf, dass bei dem Flattarif nicht die Preise von Tram, Rädern und Leihautos addiert wurden, sondern für die Kunden ein "echter Mehrwert" entstehen soll. Normalerweise kostet ein Monatsticket für den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in Augsburg 52,50 Euro. Mit der Flat könne man Bus- und Tramstrecken flexibel um das Fahrrad und Leihautos erweitern. Die SWA hat sich dagegen entschieden auch E-Scooter mit ins städtische Angebot aufzunehmen. "Bisher sind uns die Roller mit ihrer niedrigen Lebenserwartung und so lange sie nicht gut recycelbar sind, nicht nachhaltig genug", sagt Casazza.