Augsburg Meterhohe Hohlräume in gefährdetem Wohnhaus

Unter dem einsturzgefährdeten Seniorenwohnhaus in Augsburg haben sich teils mehr als zwei Meter große Hohlräume gebildet. Dies haben Experten nach der Evakuierung des knapp 120 Jahre alten Gebäudes herausgefunden, erklärte Augsburgs Baureferent Gerd Merkle (CSU) am Montag. In der Nacht zum Samstag hatte die Stadt 27 mitunter pflegebedürftige Senioren aus ihren Appartements geholt und in einem Hotel untergebracht. Auch vier Geschäftsleute mussten ihre Läden auf unbekannte Zeit schließen. Der Grund für die Löcher unter dem Fundament des Wohnblocks ist unklar. Neben dem Haus verläuft ein Bach, der in der Vergangenheit auch unterhalb des Gebäudes war. Dann wurde der Teil des Stadtgrabens trockengelegt. In diesem Bereich ist nun der Grund weggesackt. Merkle schließt ein akutes Feuchtigkeitsproblem aus. Die Stadt will einen Abriss des 1899 gebauten Hauses vermeiden. Statiker sollen herausfinden, ob die Löcher aufgefüllt werden können.

Das Gebäude gehört einer Stiftung und wird von der Stadt verwaltet. Bei einer Sanierung sind Risse im Keller aufgefallen, die größer geworden sind. Ein Krisenstab beschloss am Freitag die sofortige Sperrung des Gebäudes. Ob und wann die Bewohner wieder zurück können, ist noch unklar. Die Stadt hat angekündigt, dass die Geschäftsleute für die verlorenen Umsätze entschädigt werden sollen.