Prozessauftakt:Raser fliegt auf Ikea-Parkplatz

Prozessauftakt: Maximal Tempo 50 war erlaubt, als der Angeklagte mit der fast dreifachen Geschwindigkeit die Kontrolle über seinen bulligen Wagen verloren haben soll.

Maximal Tempo 50 war erlaubt, als der Angeklagte mit der fast dreifachen Geschwindigkeit die Kontrolle über seinen bulligen Wagen verloren haben soll.

(Foto: Stefan Puchner/dpa)

Als der Angeklagte die Kontrolle über seinen auffrisierten Wagen verliert, stirbt eine 21-Jährige. Der Staatsanwalt wirft ihm ein illegales Autorennen vor und nennt es "reinen Zufall", dass nicht noch mehr Menschen gestorben sind.

Von Florian Fuchs, Augsburg

Eine Entschuldigung gibt es nicht. Der Angeklagte will nichts sagen und auch keine Fragen beantworten, aber sein Verteidiger liest eine Erklärung vor. Dass sein Mandant deutlich zu schnell unterwegs war, das will der Verteidiger nicht in Abrede stellen. Auch nicht, dass der Mann schwer an den Folgen der Tat trägt. Eine 21 Jahre alte Frau ist im August vergangenen Jahres ums Leben gekommen, weil der Angeklagte, wie es der Staatsanwalt ihm vorwirft, mit seinem getunten Mercedes habe posieren wollen. Der 55-Jährige verlor die Kontrolle, brach durch einen Zaun, das Auto flog eine fast senkrechte Böschung hinunter - und prallte auf dem Parkplatz des Augsburger Ikea-Möbelhauses gegen die Einfassung einer Sammelbox für Einkaufswagen.

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