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Augsburg:Die Zeit wird knapp

Zukunft der HSA-Realschule ist weiterhin ungewiss

Lehrer und Schüler der Augsburger Hermann-Schmid-Akademie (HSA) müssen weiter bangen. Die Zeit für die Übernahme der Realschule durch einen privaten Träger - die Lieblingslösung einer Elterninitiative und vieler Lehrer - wird knapp. Zwar hatte die Diözese Augsburg am Donnerstag beschlossen, die Realschule übernehmen, das Schulgebäude kaufen und darin eine Grundschule gründen zu wollen. Aber die HSA-Geschäftsführer ließen Fristen verstreichen und äußerten sich am Freitag nicht zum Angebot. Scheitert die Übernahme durch das Schulwerk der Diözese, würde die Realschule verstaatlicht, die Stadt Augsburg würde das Schulhaus kaufen. Die Schüler der anderen vier HSA-Schulen werden auf andere Schulen verteilt.

Dass Verhandlungen mit den HSA-Chefs schwierig sind, berichten mehrere ehemalige Interessenten. Auch Schulwerkschef Peter Kosak ist irritiert, spricht von Existenzängsten der Lehrer: "Das Warten ist sehr ärgerlich. Den Lehrern wurde schon gekündigt und wir wollen neue Verträge aufsetzen." Bis 8. Mai muss das Schulwerk den Antrag bei der Regierung von Schwaben einreichen. Bedingung für die Übernahme ist auch, 80 Prozent der Lehrer zu übernehmen. Würde die Realschule verstaatlicht, müssten sie sich neue Jobs suchen. Um beim Staat zu arbeiten, müssen sie Eignungskriterien erfüllen, aber einige sind Quereinsteiger, die kaum Chancen haben. Und derzeit gibt es viele junge Realschullehrer mit Bestnoten, die auf Jobs warten.

Dass die Akademie schließt, hatten die HSA-Geschäftsführer Anfang März mitgeteilt. Als Grund nannten sie, dass der Ruf der Akademie durch "ungerechtfertigte Vorwürfe" beschädigt worden sei und deswegen keine Lehrer mehr rekrutiert werden könnten. Gegen den Schulträger wird wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug ermittelt.

© SZ vom 02.05.2020 / angu

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