Augsburg Deutschlands höchste Luftrettungsstation

Die neue Landeplattform liegt in 58 Metern Höhe. Bisher musste der Hubschrauber auf einem Feld neben der Klinik landen.

Der Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach des Augsburger Klinikums ist fertig. In einem Umkreis von 60 Kilometern kann Notfall-Opfern ab Januar viel schneller geholfen werden. Doch der Standort von Deutschlands höchster Luftrettungsstation birgt auch ein Problem.

Von Katja Auer und Stefan Mayr

Er heißt Christoph 40 und es wurde lange Jahre an ihm herumgezerrt. Ende vergangener Woche ist der Rettungshubschrauber erstmals auf dem Dach des Augsburger Klinikums gelandet, damit ist der Streit um seinen Standort endgültig beendet. Ursprünglich sollte Christoph 40 in Donauwörth angesiedelt werden, doch Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) verlegte ihn kurzerhand per Machtwort nach Augsburg. Dadurch wird es voraussichtlich bis Ende 2014 dauern, ehe in Bayern eine flächendeckende Luftrettungsversorgung existiert. Bis dahin klafft im nördlichen Schwaben und westlichen Mittelfranken ein Loch.

Die neu errichtete Helikopter-Plattform über dem 14. Stockwerk des Klinikums liegt in 58 Metern Höhe und ist damit die höchste Luftrettungsstation Deutschlands. Für Notfall-Opfer, die im Umkreis von 60 Kilometern um die Stadt akute Hilfe brauchen, verbessern sich die Transportbedingungen massiv: Bislang musste der Rettungshubschrauber auf einem Feld neben dem Klinikum landen.

Christoph 40 kann erst im Januar regelmäßig fliegen

Dort mussten die Patienten erst in einen Rettungswagen umgelagert werden und dann noch in die Notaufnahme am anderen Ende des Gebäudes gefahren werden. Dieser langwierige und wenig schonende Umweg fällt künftig weg: Die Patienten können vom Dach aus mit einem Aufzug direkt in die Notaufnahme gebracht werden.

Zur Besatzung gehören ein Pilot des ADAC, ein Rettungssanitäter und ein Notarzt. "Maximal zwei Minuten nach dem Alarm ist die Crew in der Luft", sagt ein ADAC-Sprecher. Allerdings fehlt noch eine letzte Genehmigung, deshalb muss Christoph 40 wohl noch bis Januar warten, ehe er regelmäßig in die Luft gehen kann.

In Dinkelsbühl sind sie noch nicht so weit, aber Ende 2014 soll dort der 15. bayerische Rettungshubschrauber abheben. Dass es diesen Standort überhaupt geben wird, hängt mit Horst Seehofers Intervention zusammen. Hätte er den Hubschrauber - wie von Experten empfohlen - in Donauwörth belassen und nicht aus politischen Gründen nach Augsburg verschoben, wäre auch das westliche Mittelfranken abgedeckt gewesen. So aber blieb an der Grenze zu Baden-Württemberg ein weißer Fleck.

Ein zusätzlicher Helikopter wurde notwendig, dieser soll nun nach langen Verhandlungen in Dinkelsbühl-Sinbronn stationiert werden. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte zunächst mit Kollegen in Baden-Württemberg über eine gemeinsame Stationierung diskutiert, war dort aber abgeblitzt. Um eine Lösung zu finden, musste sich der Freistaat nach Herrmanns Angaben mit einer Million Euro an den Kosten für den Hubschrauber beteiligen.

Die Bauarbeiten führ die Station neben dem Flugplatz sollen im kommenden Frühjahr beginnen. Der Hangar wird dann an den Betreiber vermietet, der noch gefunden werden muss. "Gerade wird die Ausschreibung vorbereitet", sagt Walter Schwab vom Rettungsdienst-Zweckverband. Auch die Verhandlungen mit den Krankenkassen, die für die Kosten aufkommen müssen, seien noch nicht geführt. Aber Schwab ist zuversichtlich, dass Bayerns letzter Rettungshubschrauber Ende 2014 einsatzbereit sein wird.