In der Nacht auf Sonntag wurde der City Club zum Schauplatz eines massiven Polizeiaufgebots. Statt Partygästen standen plötzlich Polizisten vor der Tür; statt Musik erfüllten laute Stimmen den Königsplatz. Rund 200 Einsatzkräfte stürmten das Gebäude, das nicht nur für sein Nachtleben bekannt ist, sondern auch als wichtiger kultureller Anlaufpunkt für die queere und alternative Szene gilt.
Der Einsatz stieß bereits in der Nacht auf heftige Kritik. Vor dem Club bildete sich spontan eine Demonstration aufgebrachter Unterstützer. Nun erheben die Betreiber des City Clubs in einer schriftlichen Stellungnahme schwere Vorwürfe gegen die Behörden: Gäste seien stundenlang ohne Begründung festgehalten worden.

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Zudem wird berichtet, dass sich sämtliche anwesenden Personen einzeln kontrollieren und sich „bis auf die Unterwäsche und teils darüber hinaus Leibesvisitationen unterziehen“ lassen mussten, bevor sie das Gelände verlassen durften. Auch von Gewalt ist die Rede: Die Polizei habe sich teils mit Rammböcken Zutritt zu Räumen verschafft und dabei erhebliche Verwüstungen hinterlassen.
Ermittlungen wegen Drogenhandels als Hintergrund
Anfangs blieben die Hintergründe der von der Staatsanwaltschaft angeordneten Maßnahme unklar, während Gerüchte über Drogenverstöße kursierten. Mittlerweile hat die Polizei Details veröffentlicht: Bereits seit Ende 2024 führt die Inspektion Augsburg Mitte umfassende Ermittlungen wegen des Verdachts auf unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln. Der Verdacht erhärtete sich offenbar dahingehend, dass der City Club als Verkaufs- und Konsumort genutzt wurde.
Am Samstag war der Club jedoch nicht das einzige Ziel. Insgesamt drei Objekte, darunter auch Wohn- und Geschäftsräume, wurden durchsucht. Dabei stellten die Beamten umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter Kokain, Amphetamine und weitere synthetische Betäubungsmittel sowie Bargeld und Mobiltelefone. Insgesamt wurden 17 Personen im Alter von 27 bis 48 Jahren vorläufig festgenommen. 16 von ihnen wurden nach Abschluss der Maßnahmen wieder entlassen. Lediglich eine Person blieb aufgrund eines bestehenden Haftbefehls aus einem anderen Verfahren in Gewahrsam und wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.
Welle der Solidarität und Wiedereröffnung
Trotz der schweren Vorwürfe rollt derzeit eine Welle der Solidarität durch Augsburg. Die Stadträtin Lisa McQueen (Die Partei) rief eine Spendenaktion ins Leben, bei der laut Augsburger Allgemeine bis Sonntagabend bereits 12 000 Euro zusammengekommen sind. Auch in den sozialen Netzwerken ist der Rückhalt groß: Unter der Stellungnahme des Clubs auf Instagram finden sich zahlreiche Kommentare, die mit roten Herzen oder Solidaritätsbekundungen ihre Unterstützung ausdrücken.
Wie es für den City Club weitergeht? Ab Dienstag startet der Betrieb wieder regulär. Den Anfang macht die Theatervorführung mit dem Titel „Terror“, die um 20.30 Uhr im Café stattfinden wird.

