Umstrittener PolizeieinsatzBei Razzia in Augsburger City Club war Galileo-Filmteam dabei

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Nachtklub und Kulturzentrum und sind in Augsburg sehr bekannt: der City Club.
Nachtklub und Kulturzentrum und sind in Augsburg sehr bekannt: der City Club. Lena Luisa Jaumann

100 Polizisten stürmten das alternative Kulturzentrum wegen des Verdachts auf unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln. Dazu sorgten diverse Filmkameras bei den Gästen für Verwirrung. Auch die Oberbürgermeisterin wusste von nichts.

Von Lena Luisa Jaumann

Rund 200 Einsatzkräfte waren im gesamten Stadtgebiet unterwegs, 100 davon stürmten Ende Januar den Augsburger City Club. Angeordnet wurde die Durchsuchung von der Staatsanwaltschaft Augsburg aufgrund des Verdachts auf unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln. Der Einsatz stieß schnell auf Kritik – insbesondere Fragen der Verhältnismäßigkeit standen im Raum. Verschiedene Politiker, darunter auch Oberbürgermeisterin Eva Weber, äußerten sich zu dem Vorfall. Sie betonte: „Ich vertraue auf unseren Rechtsstaat und stehe gleichzeitig klar hinter unserer Clubkultur.“ Gewusst habe sie von dem Vorgehen nichts; doch erwarte sie über die Hintergründe und die Vorgehensweise eine transparente, sachliche und rechtsstaatliche Aufarbeitung.

Neben dem umstrittenen Vorgehen der Polizei ergab sich eine weitere Frage: Was machte die Filmkamera dort zwischen den Einsatzkräften? Schon in verschiedenen Zeugenaussagen wurde sie thematisiert, auch in Videos auf Social Media war sie deutlich zu sehen. Mittlerweile steht fest: Es handelte sich um ein Filmteam der Sendung Galileo, die auf ProSieben ausgestrahlt wird.

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Die Dokumentation begleitet den Nachwuchszug des Unterstützungskommandos (USK) in Dachau – eine Spezialeinheit der Bayerischen Polizei, die bei gefährlichen Einsätzen wie Demonstrationen oder Razzien angefordert wird. Gezeigt wird in der Filmreihe die sechsmonatige Zusatzausbildung, welche den Weg von der Aufnahmeprüfung bis hin zum ersten Einsatz umfasst. Neben der Razzia im City Club sollen auch noch weitere Einsätze, darunter bei der Münchner Sicherheitskonferenz, abgebildet werden. Eine Ausstrahlung wird voraussichtlich im Frühjahr 2026 erfolgen.

Da der Nachwuchszug bei der Razzia im Augsburger City Club zum Einsatz kam, wurden die nächtlichen Szenen ein Teil der Galileo-Sendung. Auf Anfrage betont der Sender: „Das Galileo-Team war ausschließlich vor Ort, um die Arbeit des Nachwuchszuges des USK Dachau zu dokumentieren.“ Auch auf den Datenschutz sei man bedacht: So sollen die Persönlichkeitsrechte von Clubgästen und Mitarbeitenden durch anonymisierte Darstellung und Verfremdung sichergestellt werden.

Vom Galileo-Team waren bei dem Einsatz zwei Redakteure sowie ein Kameramann dabei, die den Nachwuchszug bei der Arbeit im Erdgeschoss und im Cafébereich begleiteten. Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, seien Gäste verwirrt gewesen, da auch in anderen Bereichen des Clubs, darunter auf der Tanzfläche im ersten Stock, gefilmt worden sein soll. Doch der Sender bestätigt: „Das USK hatte zur Beweissicherung eigene Kameras dabei, um seine Einsätze zu dokumentieren, was offensichtlich zu Verwechslungen geführt hat. Einige Gäste dachten, es handle sich um Kameras des Galileo-Teams.“

Dass ein Fernsehteam die Ausbildung des USK in Dachau dokumentiert, ist kein Novum – bereits 2022 veröffentlichte BR24 die fünfteilige Serie „Inside USK“ mit exklusiven Einblicken in das Training der Einheit. Auch hier war eine Club-Razzia Teil des Formats, bei dem ein fünfstündiger Einsatz mit rund 100 Polizisten begleitet wurde. Daneben hat der Sender auch die Arbeit beim G-7-Gipfel dokumentiert.

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