Fast am Ende dieses Abends liegt ein Wesen, halb Fisch, halb Mensch, auf einer hübsch dekorierten Tafel. Hinter ihm sammeln sich seine Freunde und Feinde, arrangieren noch ein paar Zitronen und befestigen schon einmal die Servietten um ihre Hälse. Derweil singt der Fisch-Mensch eine Ballade. Vollkommen unbedarft greifen die Herrschaften hinter ihm zum Besteck, setzen schon die Messer an. An dieser Stelle würde man gerne dieses Theatertableau zum Bild gefrieren lassen. Denn schön und witzig sind Bertolt Brechts berühmte Zeilen „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ darin umgesetzt worden. Also, bitte sehr: Augsburg hat wieder eine „Dreigroschenoper“!
Eröffnung des BrechtfestivalsAugsburg hat wieder eine „Dreigroschenoper“
Lesezeit: 4 Min.

Das Brechtfestival eröffnet unter neuer Leitung mit einer kleinen Prozession und einem großen Theaterklassiker. Aus der „Dreigroschenoper“ wird dabei ein tierisches Vergnügen – mit mehr Witz als Gefährlichkeit.
Kritik von Yvonne Poppek, Augsburg

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Joachim Meyerhoff hat mit „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ der Otto-Falckenberg-Schule ein literarisches Denkmal gesetzt. Simon Verhoeven zieht in seiner Verfilmung nach. Doch wie ist es wirklich an der Münchner Schauspiel-Institution?
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