AugsburgErneuter Todesfall nach Infektion mit dem Bornavirus

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Wo sie lebt, sollte man ein bisschen aufpassen: die Feldspitzmaus.
Wo sie lebt, sollte man ein bisschen aufpassen: die Feldspitzmaus. Foto: T. Douma/IMAGO/blickwinkel

Infektionen mit dem von der Feldspitzmaus übertragenen Virus sind selten, enden aber meist tödlich. Nun gibt es erneut einen tragischen Fall in Bayern.

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Erneut ist in Bayern ein Mensch an den Folgen einer Infektion mit dem Bornavirus gestorben. Die Infektion sei in Augsburg nachgewiesen worden, teilte das Gesundheitsamt der Stadt mit. Das Virus wird vorwiegend von der Feldspitzmaus übertragen. Infektionen seien außerordentlich selten, verliefen aber in der Regel lebensbedrohlich, hieß es.

„Symptomatisch kommt es nach einer Ansteckung zu einer rasch voranschreitenden Entzündung des Gehirns mit Verwirrtheit, geistigem Abbau, Sprachstörungen und epileptischen Anfällen“, sagte Markus Naumann, Direktor der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Augsburg.

Erst Ende April war eine tödliche Borna-Infektion im Raum Bad Wörishofen im Landkreis Unterallgäu registriert worden. Bundesweit werden jährlich weniger als zehn Infektionsfälle gemeldet, ein Großteil davon in Bayern.

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So gab es im März einen Infektionsfall im Landkreis Erding. Im Herbst 2025 starb im Landkreis Tirschenreuth ein 57 Jahre alter Mensch. Wenige Monate zuvor waren zwei Personen aus dem oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm an dem Bornavirus gestorben. In Augsburg hatte es zuletzt 2023 zwei Erkrankungsfälle gegeben.

Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) kommt nach Angaben des Landesamts für Gesundheit (LGL) in der Feldspitzmaus vor. Experten gehen davon aus, dass die Übertragung durch den Kontakt mit deren Ausscheidungen erfolgt. Infizierte Tiere scheiden das Virus unter anderem über Kot, Urin, Speichel und die Haut aus, ohne selbst zu erkranken.

Wer arbeitet, wo Feldspitzmäuse leben, sollte ein paar Sicherheitsvorkehrungen einhalten

Lebende oder tote Tiere sollten nicht mit bloßen Händen berührt werden. Beim Entsorgen einer toten Spitzmaus oder ihrer Ausscheidungen sowie bei Staub aufwirbelnden Arbeiten an Orten, an denen Feldspitzmäuse leben – zum Beispiel beim Kehren im Schuppen – sollten Gummihandschuhe, Schutzbrille und Feinstaubmaske getragen werden. Danach sollte man duschen, die Kleidung waschen und kontaminierte Flächen reinigen. Kadaver sollten in einer verschlossenen Plastiktüte im Hausmüll entsorgt werden.

Feldspitzmäuse sind, anders als es der Name suggeriert, keine Mäuse, sondern sie gehören zu den Insektenfressern. Sie sind scheu, nachtaktiv, sehr selten und haben ein spitzes Gesicht. Der Erreger ist bei Tieren seit Langem bekannt. Erst 2018 wurde nachgewiesen, dass BoDV-1 auf den Menschen übertragbar ist und dabei meist tödliche Gehirnentzündungen verursacht. Die Krankheit ist seit 2020 meldepflichtig.

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