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Augsburg: Bischof Zdarsa im Amt:"Besitzergreifung" im Hohen Dom

Konrad Zdarsa, der Nachfolger Walter Mixas auf dem Augsburger Bischofsstuhl, wurde am Samstagvormittag ins Amt eingeführt - und sparte in seiner Einführungsrede nicht mit Kritik.

Konrad Zdarsa ist der neue Bischof von Augsburg. Der 66-Jährige wurde am Samstagvormittag bei einem Gottesdienst im Augsburger Dom vor rund 2500 Katholiken ins Amt eingeführt. Zdarsa nahm erstmals auf dem Bischofsstuhl Platz und vollzog damit die sogenannte "Besitzergreifung" seiner neuen Diözese.

Mixa-Nachfolger Zdarsa ins Amt eingefuehrt

Kritik an den Medien: Bei seiner Amtseinführung bemängelte Konrad Zdarsa die harte Berichterstattung über das Augsburger Bistum - und rief die Gläubigen auf, sich nicht entmutigen zu lassen.

(Foto: dapd)

Bei Regen und unter den Klängen eines Turmbläser-Ensembles zog der neue Oberhirte vom Bischofshaus zur Amtseinführung in seine künftige Kathedralkirche. Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, überbrachte dem Augsburger Dompropst, Weihbischof Anton Losinger, die päpstliche Ernennungsurkunde zur Verlesung und überreichte Zdarsa seinen neugestalteten Bischofsstab.

Zdarsa war bisher Bischof in der ostdeutschen Diözese Görlitz - er wurde Anfang Juli durch Papst Benedikt XVI. zum Nachfolger des zurückgetretenen Augsburger Bischofs Walter Mixa ernannt. Mixa war im Frühjahr wegen dem Vorwurf in die Kritik geraten, er habe in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Heimkinder geschlagen. Im April hatte er dem Papst seinen Rücktritt angeboten, welchen der Heilige Vater am 8. Mai annahm.

Walter Mixa nahm an den Feierlichkeiten zur Amtseinführung seines Nachfolgers nicht teil. Dafür waren mehrere andere Bischöfe anwesend, darunter Robert Zollitsch, Freiburger Erzbischof und Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK), sowie der Münchner Erzbischof Reinhard Marx, der den katholischen Bischöfen in Bayern vorsteht. Die Bayerische Staatsregierung war durch Justizministerin Beate Merk (CSU) vertreten, das Parlament durch Landtagspräsidentin Barbara Stamm.

Das Bistum Augsburg zählt rund 1.000 Pfarreien mit 1,3 Millionen Katholiken. In seiner ersten Predigt als Bischof von Augsburg kritisierte Zdarsa die Berichterstattung der Medien über die Diözese. Im Rahmen des Festgottesdienstes beklagte der 66-Jährige eine "einseitig negative Darstellung eines ganzen Bistums und seiner Gläubigen". Dagegen habe er sich in den vergangenen Wochen zunehmend zur Wehr gesetzt.

Die Erkenntnis der eigenen Armseligkeit

Immer wieder sei er nach einem Programm gefragt worden, mit dem er die Diözese "nach den betrüblichen Entwicklungen der Vergangenheit" zu einem neuen Anfang führen wolle. "Die Rede von den schweren Aufgaben, die nun vor mir stünden, war da noch das Allgemeinste, wenn auch immer Wiederholte", sagte Zdarsa. Der 66-Jährige verzichtete jedoch darauf, näher auf das angesprochene Programm zu einem Augsburger Neuanfang einzugehen.

Stattdessen rief der neue Oberhirte die Gläubigen auf, sich nicht entmutigen zu lassen: "Und wenn es wahrhaft so schlimm um uns bestellt sein sollte, wie mancher meint, uns immer wieder vorhalten zu müssen: Die Erkenntnis unserer eigenen Armseligkeit und Schwäche ist nicht die schlechteste Voraussetzung dafür, uns helfen zu lassen".

© sueddeutsche.de/feko/dgr

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