AugsburgDie historische Staudenbahn soll reaktiviert werden

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Die sogenannte Staudenbahn in Schwaben wurde bereits vor Jahrzehnten stillgelegt. Sie galt als unrentabel. Nun soll in den kommenden Jahren ein 13 Kilometer langer Teil zwischen Gessershausen und Langenneufnach reaktiviert werden.
Die sogenannte Staudenbahn in Schwaben wurde bereits vor Jahrzehnten stillgelegt. Sie galt als unrentabel. Nun soll in den kommenden Jahren ein 13 Kilometer langer Teil zwischen Gessershausen und Langenneufnach reaktiviert werden. (Foto: Ulf Vogler/dpa)

Seit den 1980er-Jahren galt die 13 Kilometer lange Strecke zwischen Gessertshausen und Langenneufnach als nicht mehr rentabel und wurde nach und nach stillgelegt. Jetzt könnte sie Ende 2028 in Betrieb gehen – aber nicht überall.

Nach langer Vorbereitung befindet sich die Reaktivierung einer vor Jahrzehnten stillgelegten Bahnstrecke in Schwaben nun auf der Ziellinie. Die 13 Kilometer lange Strecke zwischen Gessertshausen und Langenneufnach im Landkreis Augsburg könnte nach den aktuellen Planungen Ende 2028 in Betrieb gehen, berichteten die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU), die für das Projekt zuständig sind. Die Bauarbeiten an der Linie sollen etwas weniger als zwei Jahre dauern.

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Derzeit läuft das Anhörungsverfahren für die Modernisierung der sogenannten Staudenbahn bei der Regierung von Oberbayern, der Eisenbahnaufsichtsbehörde für Südbayern. Bürger, die von dem Neubau der historischen Eisenbahnstrecke betroffen sind und Bedenken haben, können die Bauunterlagen bis 19. November im Internet prüfen. Einwendungen könnten dann bis 19. Januar 2026 eingereicht werden, teilte die Regierungsbehörde mit.

Die Staudenbahn, benannt nach einer bewaldeten Hügellandschaft westlich von Augsburg, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut. Seit den 1980er-Jahren galt die Strecke bei der damaligen Bundesbahn als nicht mehr rentabel, sie wurde nach und nach stillgelegt. Es gibt seitdem zwar gelegentliche Ausflugsfahrten, allerdings verkehren keine regelmäßigen Personenzüge. Dies soll sich ändern. Künftig soll es von frühmorgens bis in die Nacht stündliche Verbindungen zum Augsburger Hauptbahnhof mit bis zu 140 Stundenkilometern schnellen Zügen geben. Dafür muss die Strecke durchgängig saniert und mit Oberleitungen versehen werden.

Die Hoffnung, dass künftig auch der südliche Teil der Strecke wieder befahren wird, hat sich kürzlich aber zerschlagen. Das Landratsamt Unterallgäu berichtete, dass ein Gutachten für den Abschnitt Langenneufnach bis Türkheim zu wenig potenzielle Fahrgäste ermittelt habe.

Bayern gebe mindestens 1000 Fahrgäste pro Kilometer Strecke an einem Werktag vor. „Das Potenzialgutachten errechnet aber nur rund 800 Fahrgäste“, berichtete die Kreisbehörde. Nach Angaben der Staatsregierung seien damit die Anforderungen für eine Reaktivierung deutlich verfehlt.

Die Baukosten belaufen sich auf 65 Millionen Euro

Die Investitionskosten für die nördliche Staudenbahn betragen laut SWU nach aktuellen Berechnungen 65 Millionen Euro. Bis zu 90 Prozent dieser Summe soll als Förderung vom Bund kommen.Der Zeitplan für die Inbetriebnahme ist allerdings auch noch von einem dafür nötigen Umbau des Bahnhofs in Gessertshausen abhängig. Dort soll die neue Strecke an das Netz der Deutschen Bahn angeschlossen wird. Gessertshausen liegt an der Hauptstrecke Augsburg-Ulm. Für den dortigen Bahnhofsumbau sei die DB verantwortlich, erläuterte ein SWU-Sprecher.

Für den Betrieb der Staudenbahn hatte der Landkreis Augsburg vor Jahren die Ulmer Stadtwerke dazugeholt. Das Landratsamt betonte, dass das Unternehmen Erfahrung bei solchen Projekten habe.

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