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Augsburg:Anklagen nach Prügelvorwürfen gegen Sekte "Zwölf Stämme"

Sie sollen Kinder mit Ruten gezüchtigt und ihnen dadurch körperliche und psychische Schäden zugefügt haben - nun werden mehrere Sektenmitglieder wegen Kindesmisshandlung angeklagt.

Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat gegen mehrere Mitglieder der umstrittenen Glaubensgemeinschaft "Zwölf Stämme" Anklage erhoben. Der Vorwurf: Kindesmisshandlung und gefährliche Körperverletzung.

Wie die Augsburger Staatsanwaltschaft und das Nördlinger Amtsgericht am Dienstag berichteten, sollen drei Männer und eine Frau die Kinder mit Ruten gezüchtigt und ihnen dadurch körperliche und psychische Schäden zugefügt haben. Das Verfahren gegen einen 54-Jährigen sei zunächst abgetrennt worden und soll am 16. und 23. November am Amtsgericht verhandelt werden.

Darüber hinaus wurde gegen eine Mutter Strafbefehl erlassen, sie hat dagegen aber Einspruch eingelegt hat, weshalb es voraussichtlich erst später zu einem Prozess kommen wird. Termine für die weiteren Verfahren sind noch nicht bekannt.

Im September 2013 hatte die Polizei wegen der Vorwürfe gegen die Sektenmitglieder etwa 40 Kinder aus den Gemeinschaften im schwäbischen Deiningen und im mittelfränkischen Wörnitz geholt. Die Eltern wehrten sich in der Folge vor den Familiengerichten gegen die Wegnahme ihrer Töchter und Söhne. Ein Teil der Verfahren wegen Sorgerechtsentzugs beschäftigt die Gerichte bis heute. In anderen Fällen durften Kinder zu ihren Familien zurück.

© SZ.de/dpa/infu

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