"Ich dachte nur: Das kann doch nicht wahr sein." Wenn man Olaf Heinrich, Bürgermeister der niederbayerischen Gemeinde Freyung im Bayerischen Wald und Bezirkstagspräsident, nach dem letzten "Forum der Partnerregionen des Kreises Südböhmen" auf Schloss Hluboká in Tschechien fragt, bekommt man das als Antwort. Südböhmen und die angrenzenden niederbayerischen und oberpfälzischen Landkreise arbeiten seit Langem partnerschaftlich zusammen, die wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Verflechtungen sind eng. Doch dieses Mal gab es vor dem Treffen keine Tagesordnung und Heinrich sollte bald erfahren, warum. Völlig überraschend für die Delegation aus Niederbayern sei dort der "Südböhmische Nuklearpakt" unterzeichnet worden, berichtet Heinrich einige Tage später immer noch hörbar konsterniert.
Tschechische Atompläne:Kleine Atomkraftwerke, große Sorgen
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Der Reaktor in Temelin unweit der Grenze, der etwa ein Fünftel des jährlichen Strombedarfs Tschechiens deckt, ist schon seit 20 Jahren in Betrieb. Er gilt als unsicher und macht immer wieder wegen Störfällen Schlagzeilen.
(Foto: Vaclav Pancer/AP)Während Deutschland das Ende der Kernkraft längst besiegelt hat, will Tschechien weitere AKWs bauen - schnell und günstig. Die Nachbarn in Niederbayern stöhnen auf und blicken skeptisch auf die neuen Reaktoren, die angeblich aussehen "wie Discounter".
Von Deniz Aykanat
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