Asylpolitik Kritik an Abschiebung integrierter Flüchtlinge

Mit Blick auf die für Dienstag geplante Sammelabschiebung von München nach Kabul haben sowohl Politiker als auch Flüchtlingshelfer die Forderung erhoben, abgelehnten, aber inzwischen integrierten Flüchtlingen ein dauerhaftes Bleiberecht zu gewähren. "Ich schließe mich hier ausdrücklich der Forderung des Würzburger CDU-Oberbürgermeisters Christian Schuchardt an", sagte Christine Kamm, die asylpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen. Es sei "vollkommen absurd, Menschen blindwütig abzuschieben, die Deutsch gelernt haben und unserem Arbeitsmarkt oft auch in Mangelberufen - etwa in der Pflege - zur Verfügung stehen".

In diesem Sinne äußerten sich auch ehrenamtliche Flüchtlingshelfer aus ganz Bayern: "Es ist für niemanden mit gesundem Menschenverstand nachvollziehbar, dass Bayern mehr als jedes andere Bundesland Menschen abschiebt, die sich nichts zu Schulden haben kommen lassen, sondern sich vielmehr vorbildlich um Integration bemüht haben", heißt es in einer schriftlichen Erklärung. Der Bayerische Flüchtlingsrat erklärte, seiner Kenntnis nach seien auch bei der bevorstehenden Abschiebung wieder junge Afghanen betroffen, die sich noch in der Schul- oder Berufsausbildung befinden und reelle Aussicht auf eine Anstellung haben. Das Innenministerium wollte dazu am Sonntag auf Anfrage nicht Stellung beziehen.