Mehr als jedes andere BundeslandBayern meldet Rekordzahl an Abschiebungen

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Durch Abschiebung und freiwillige Ausreise haben dieses Jahr so viele Menschen wie noch nie den Freistaat verlassen.
Durch Abschiebung und freiwillige Ausreise haben dieses Jahr so viele Menschen wie noch nie den Freistaat verlassen. (Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

14 646 Menschen haben Bayern dieses Jahr bislang verlassen. Und auch die Zahl der Asylbewerber sinkt drastisch. Innenminister Herrmann wertet das als Zeichen für eine erfolgreiche Migrationswende. Doch es gibt auch andere Lesarten.

Aus Bayern sind in den ersten neun Monaten dieses Jahres so viele Menschen abgeschoben worden oder freiwillig ausgereist wie seit 2015 nicht mehr. Mit insgesamt 14 646 Aufenthaltsbeendigungen habe man einen neuen Höchstwert erreicht, teilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mit. „Der Freistaat nimmt bundesweit eine Spitzenposition bei den Rückführungen ein. Diesen erfolgreichen Weg werden wir auch konsequent weitergehen“, kündigte er an.

Demnach wurden von Januar bis September 2787 Menschen aus Bayern abgeschoben. Das waren rund 25 Prozent mehr als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres (2242). Gleichzeitig wurden 11 859 freiwillige Ausreisen gezählt.

Auf der anderen Seite ist die Zahl neuer Asylbewerber weiter gesunken, auf 10 600 von Januar bis September. Das sind rund 60 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, als rund 26 500 Asylzugänge gezählt wurden.

Herrmann reklamierte den Rückgang als Erfolg der Asylpolitik der Bundesregierung. „Diese Zahlen belegen eindrucksvoll: Der erfolgreiche Kurswechsel in der Migrationspolitik, den Bayern gemeinsam mit der neuen Bundesregierung vollzogen hat, wirkt.“Tatsächlich gehen die Asylbewerber-Zahlen schon seit 2024 zurück.

Ein Grund für den Rückgang ist auch die veränderte Lage in Syrien, wo im vergangenen Dezember Langzeitmachthaber Baschar al-Assad gestürzt worden ist. Syrien war jahrelang Hauptherkunftsland von Asylbewerbern in Deutschland. Allein aus dem ehemaligen Bürgerkriegsland ging die Zahl der Asylanträge in den ersten neun Monaten 2025 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres deutschlandweit um knapp 40 000 zurück.

Herrmann forderte nun deutlich mehr Rückführungen auch in Länder wie Afghanistan und Syrien. Hier gebe es vom Bund vielversprechende Signale. „Auch Menschen aus Afghanistan und Syrien, denen nach einer individuellen, umfangreichen und sorgfältigen Prüfung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie durch deutsche Verwaltungsgerichte keine Gefahren in ihrer Heimat drohen, müssen unser Land notfalls auch gegen ihren Willen wieder verlassen“, sagte der Minister und argumentierte: „Das ist essenziell für die Akzeptanz und Funktionsfähigkeit unseres Asylsystems.“

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