Auto mit Kennzeichen-WechslerAls James Bond auf der A8 durch den Chiemgau fuhr

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Sein Name ist Connery, Sean Connery. Als James Bond im FIlm  Goldfinger  war er 1964 mit einem Aston Martin DB5 mit eingebauter Kennzeichenwechselmechanik unterwegs.
Sein Name ist Connery, Sean Connery. Als James Bond im FIlm Goldfinger war er 1964 mit einem Aston Martin DB5 mit eingebauter Kennzeichenwechselmechanik unterwegs. (Foto: Imago)

Bayerische Polizisten stoppen auf der Autobahn einen Aston Martin, in dem sich unter der Fahrt auf Knopfdruck die Kennzeichen wechseln lassen. Bonds Herrenausstatter Q hätte seine Freude daran gehabt.

Von Matthias Köpf, Übersee

„Revolving number plates, naturally“, sagt Q und betätigt am Armaturenbrett einen Schalter, mit dem er an Bonds, James Bonds, neuem Dienstwagen nacheinander drei verschiedene Kennzeichen klickend zum Einrasten bringt. Gültig in allen Ländern seien diese Nummernschilder, versichert Bonds technischer Herrenausstatter und schärft diesem außerdem ein, er möge sein Equipment, einen nagelneuen Aston Martin, doch ausnahmsweise mal intakt zurückbringen. Das gelingt Bond, der in Goldfinger von 1964 von Sean Connery verkörpert wird, natürlich nicht. Und dieser andere Brite neulich auf der A8 hat seinen Aston Martin auch nicht ganz so heimgebracht, wie er losgefahren ist.

Dafür haben am Samstagmittag nicht die Schergen des glimmrigen Wechselkursmanipulators Auric Goldfinger gesorgt, sondern bayerische Beamte von der Verkehrspolizei in Traunstein und der Grenzpolizei in Piding. Die Verfolgungsfahrt, die kurz hinter der österreichischen Grenze begann und bis zur Ausfahrt Übersee am Chiemsee führte, muss man sich auch nicht so spektakulär vorstellen wie im Film. Nicht einmal Kollateralschäden hat es gegeben, wie sie bei Bond praktisch unvermeidlich sind.

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Der Polizist, der am Walserberg unmittelbar hinter dem Aston Martin hergefahren ist, war ja nicht einmal im Dienst, sondern rein privat unterwegs. Mit einem Streifenwagen im Rückspiegel hätte der besagte Brite wohl auch nicht diese Fernbedienung betätigt, die dann hinten am Wagen das Nummernschild zum Drehen brachte. Ob da jetzt beide Kennzeichen in allen Ländern gültig sind, ist am Ende offen geblieben. Eines davon war es jedenfalls, aber dafür mitten unter der Fahrt auf Knopfdruck ein anderes einzuwechseln, das gilt keineswegs. Das hat dem Mann dann der Staatsanwalt in Traunstein klargemacht und nicht nur einen guten vierstelligen Euro-Betrag für die erwartbare Geldstrafe einkassiert, sondern auch gleich noch die ganze Kennzeichen-Wechsel-Apparatur.

Solche bondigen Bauteile sind für die Polizei nichts ganz Neues. Nicht weil die Polizisten auch alle mal Goldfinger gesehen hätten oder weil die Produktionsfirma, die mit dem Film werbetechnisch bahnbrechend war, das Ding als Merchandising-Artikel auf den Markt geworfen hätte. Sondern weil man bei bestimmten Tunern, Autoposern und Privatrennfahrern immer wieder auf so was stoße, wie ein Traunsteiner Polizist berichtet. Warum der Brite gleich nach der Grenze das Kennzeichen gewechselt hat, das habe er ihnen zwar lieber nicht gesagt. Aber denken könne man es sich schon, wo es doch in Deutschland kein Tempolimit gibt. Speziell auf der A8 zwischen Salzburg und München wird der Verkehr aber meistens auch so recht effektiv ausgebremst.  Und dagegen würden wohl nicht einmal Q’s übrige Gimmicks besonders viel helfen. Außer vielleicht noch der Schleudersitz.

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