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Aschaffenburg:Noch fehlt jede Spur

Ermittlungsgruppe im Mordfall an Flüchtlingsmädchen aufgelöst

Vor drei Jahren verschwand in Unterfranken ein syrisches Flüchtlingsmädchen. Im Dezember 2018 fanden Spaziergänger schließlich das Skelett der 16-Jährigen bei Aschaffenburg - doch vom international gesuchten mutmaßlichen Täter fehlt noch immer jede Spur. Die Polizei geht von Mord aus und hält den Vater des Mädchens für dringend tatverdächtig. Wie die Jugendliche getötet wurde, haben die Ermittler bisher nicht verraten.

Zehn Beamte der Ermittlungskommission "Rucksack" suchten in dem Fall nach Hinweisen. Mittlerweile sei die Gruppe aufgelöst, sagte Polizeisprecher Michael Zimmer, "weil sämtliche Spuren rasch abgearbeitet" wurden. Nach dem heute 45 Jahre alten Verdächtigen werde indes weiter international gefahndet. "Nähere Angaben können wir auch aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen", heißt es von Seiten der Ermittlungsbehörde. Das Flüchtlingskind war am 4. Mai 2017 von Verwandten als vermisst gemeldet worden. Das Mädchen wohnte im Landkreis Aschaffenburg und war nach einem Besuch seiner Berufsschule nicht nach Hause gekommen. Vergeblich hatte die Kriminalpolizei unter anderem mit Flugblättern an der Aschaffenburger Berufsschule nach der 16-Jährigen gesucht. Ein Polizeihubschrauber war im Einsatz, ebenso Taucher im Main.

Wegen Körperverletzung und Bedrohung seiner Tochter im Jahr 2016 war der Syrer schon zu einer neunmonatigen Haftstrafe verurteilt, trat diese aber nie an. In der Nacht zum 2. Juni 2017 - wenige Wochen nach dem Verschwinden seines Kindes - soll der Verdächtige versucht haben, den Freund seiner Tochter in Aschaffenburg zu töten. Der Mann verletzte den damals 23-Jährigen mit einer Stichwaffe am Hals schwer.

Für Hinweise auf den mutmaßlichen Mörder der 16-Jährigen hat das Landeskriminalamt eine Belohnung in Höhe von 10 000 Euro ausgelobt.

© SZ vom 04.05.2020 / dpa

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