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Aschaffenburg:Mordprozess nach mehr als 40 Jahren

Im Schlossgarten von Aschaffenburg wurde 1979 der leblose Körper einer 15-Jährigen gefunden. Von einem möglichen Täter fehlte Jahrzehnte lang jede Spur.

(Foto: PRZ)

In Aschaffenburg steht von Mittwoch an ein 57-jähriger Mann vor Gericht, weil er 1979 eine 15-Jährige getötet haben soll. Die Ermittler fanden ihn offenbar durch eine Bissspur am Opfer.

An diesem Mittwoch beginnt in Aschaffenburg der Prozess gegen einen 57-Jährigen, der angeklagt ist, vor mehr als 40 Jahren die damals 15-jährige Bürohelferin Christiane J. ermordet zu haben. Weil der Angeklagte zum Tatzeitpunkt am 18. Dezember 1979 noch keine 18 Jahre alt war, wird vor der Großen Jugendkammer des Landgerichts verhandelt. Die Öffentlichkeit ist daher von der Verhandlung ausgeschlossen, lediglich der Gerichtssprecher Ingo Krist wird über das Verfahren Auskunft geben.

Am Tag vor Prozessbeginn hat Krist in einem Mediengespräch ein erstes Detail des außergewöhnlichen Falls bekannt gegeben. Demzufolge liege dem Verfahren nicht wie in ähnlichen Fällen eine neu entdeckte oder exakter analysierte genetische Spur zugrunde. Die Ermittlungskommission Altfälle habe vielmehr eine "Bissmarke" neu bewertet - die Spur eines Bisses an der rechten Brust der 15-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage davon aus, dass der Angeklagte das Mädchen zunächst sexuell missbraucht und danach getötet habe.

© SZ vom 08.01.2020
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