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Architekt Peter Haimerl:Der Unbequeme

Für den Konzertsaal in Blaibach mit seiner komplizierten Innenschalung erhielt Peter Haimerl mehr als zehn Preise.

(Foto: Lothar Reichel)

Peter Haimerl baut aufsehenerregend, das gefällt nicht jedem. Nun hat er den Staatspreis für Architektur erhalten

Wenn ihm jemand vor 25 Jahren prophezeit hätte, er werde eines Tages den Bayerischen Staatspreis für Architektur erhalten, dann hätte er denjenigen - Peter Haimerl macht eine kurze Pause, schüttelt den Kopf, lässt sich anmerken, dass das Folgende viel zu schwach für sein Gefühl ist - einfach für verrückt erklärt. Die Empfindung ist verständlich. Bislang war es eher so, dass dieses Attribut ihm zugeschrieben wurde, versehen mit dem Zusatz, er sei eben ein niederbayerischer Dickschädel. Aber jetzt steht er an diesem heißen Juliabend auf der Bühne des Münchner Freiheiz, hat nicht nur den Staatspreis, sondern auch den Bayerischen Architekturpreis erhalten und hört sich Lobesreden an. Er sei ein "großer Baumeister unserer Zeit", sagt Bauministerin Ilse Aigner. Und die Münchner Stadtbaurätin Elisabeth Merk rühmt seine Fähigkeit, Menschen in Administrationen zum Umdenken zu bringen. "Weiter so!", ruft sie. Das ist dem Preisträger dann fast zu viel, weshalb er in seiner Antwort darauf hinweist, dass er genau das seit Jahren in München versuche; bisher sei es ihm aber nicht gelungen. Dabei wäre es doch höchste Zeit, den Begriff Stadt endlich einmal ganz anders zu denken.

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