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Arbeitsmarkt:Immer mehr Menschen haben mehr als einen Job

Immer mehr Menschen in Bayern gehen mehr als einem Job nach. Die sogenannte Mehrfachbeschäftigung habe einen neuen Höchststand erreicht, teilte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Bayern am Donnerstag mit. Demnach habe es 2003 noch 258 000 Mehrfachbeschäftigte im Freistaat gegeben. Im vergangenen Jahr seien jedoch bereits 718 000 Mehrfachbeschäftigte gezählt worden. Dies entspreche einer Steigerung von 178 Prozent. Das Beschäftigungswachstum insgesamt habe im Vergleichszeitraum hingegen 28,9 Prozent betragen. "Diese Entwicklung ist besorgniserregend", sagte Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern. Zwar habe die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns die Einkommenssituation vieler Beschäftigter verbessert, "aber von armutsfesten Löhnen sind immer noch zu viele zu weit entfernt". Das liege in erster Linie an einer stetig abnehmenden Tarifbindung: 44 Prozent der Beschäftigten erhielten keine tarifliche Entlohnung. Daher fordert die Gewerkschaft unter anderem, künftig "staatliche Aufträge an tarifliche Bezahlung zu koppeln". Die Zahlen basieren laut DGB Bayern auf einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit. Als Stichtag der genannten Jahre gilt jeweils der 30. Juni.

© SZ vom 14.02.2020 / maxi
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