Bundesagentur für ArbeitLage auf bayerischem Arbeitsmarkt bleibt angespannt

Lesezeit: 1 Min.

Die bayerische Wirtschaft befindet sich laut Verbandssprecher Bertram Brossardt in einer Konjunktur- und Strukturkrise, die inzwischen auf den Arbeitsmarkt durchschlägt.
Die bayerische Wirtschaft befindet sich laut Verbandssprecher Bertram Brossardt in einer Konjunktur- und Strukturkrise, die inzwischen auf den Arbeitsmarkt durchschlägt. (Foto: Sven Hoppe/dpa)

Die Erwerbslosigkeit im Freistaat nimmt saisonbedingt erneut leicht ab. Der Vergleich zum Vorjahr zeigt aber keine gute Entwicklung. Besonders ein Industriezweig ist betroffen.

Die Lage auf dem bayerischen Arbeitsmarkt bleibt angespannt. Die Zahl der Arbeitslosen ging im April leicht zurück, im Vergleich zum Vorjahr ist aber ein deutlicher Anstieg zu beobachten. 309 682 Menschen waren zuletzt arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Das seien 3,1 Prozent weniger als noch im März. Im Vergleich zum Vorjahr legte die Zahl der Arbeitslosen aber um 13,1 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote ging im April um 0,1 Punkte auf 4,0 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag die Quote in Bayern noch bei 3,6 Prozent.

„Im dritten Jahr in Folge erleben wir auf dem Arbeitsmarkt eine nur schwache Frühjahrsbelebung“, sagte der Chef der Regionaldirektion, Markus Schmitz. Kurzarbeit und Personalabbau prägten weiterhin den Arbeitsmarkt. Das ganze Ausmaß der Krise erkenne man, wenn man die Entwicklung der letzten drei Jahre betrachte: „Im April 2022 waren knapp 218 000 Menschen arbeitslos, heute haben wir 92 000 Betroffene mehr.“

Einen großen Anteil an der Zunahme der Arbeitslosigkeit haben demnach Menschen aus fertigungstechnischen Berufen: Von ihnen sind 4522 mehr arbeitslos als noch vor einem Jahr – ein Plus von 25,9 Prozent. Ein weiterer Faktor sind die 15- bis unter 25-Jährigen. In dieser Altersgruppe nahm die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich um 16,9 Prozent zu.

Auch an der Kurzarbeit zeigt sich die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Anzeigen für Kurzarbeitergeld legten sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch zum Vorjahr zu. Besonders betroffen ist demnach die Automobilindustrie. Im Januar, dem aktuellsten vorliegenden Stand, bezogen den Angaben zufolge 55 494 Menschen in Bayern Kurzarbeitergeld. Damit habe sich ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt (plus 83 Prozent).

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) sieht angesichts dieser Zahlen die Krise am bayerischen Arbeitsmarkt noch lange nicht überwunden – hofft aber auf Besserung. Als Lichtblick sieht der Verband etwa, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen ist. „Das zeigt: Die Bereitschaft unserer Unternehmen ist da. Sie tun ihr Bestes, Beschäftigung auch in einem schwierigen Umfeld zu halten“, teilte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt mit. Deutschland und Bayern befänden sich aber weiterhin mitten in einer Konjunktur- und Strukturkrise. Das hinterlasse deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt.

© SZ/DPA - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur Startseite

Probleme bei Fast-Food-Kette
:Das Rätsel der verlassenen Burger Kings

In mehreren bayerischen Orten stehen Restaurants der bekannten Marke leer. Hinter den Kulissen herrscht Ärger mit einem Ex-Betreiber, der einfach weitergrillt und Burger kopiert. Über unappetitliche Geschäfte.

SZ PlusVon Thomas Balbierer

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: