Wirtschaft in Bayern:Krieg bedroht Firmen der Metall- und Elektroindustrie

Aufgrund des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds sieht sich jedes sechste Unternehmen in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie in seiner Existenz bedroht. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände Bayme VBM. Beteiligt haben sich mehr als 340 Unternehmen der Branche mit mehr als 590 000 Beschäftigten. Die aktuelle Lage werde vor allem vom Russland-Ukraine-Krieg und der Null-Covid-Politik Chinas belastet. Bei vier von fünf Unternehmen werde im laufenden Jahr ein Gewinnrückgang erwartet. Jedes dritte greife auf Kurzarbeit zurück. "Das bedroht unseren Standort und die Arbeitsplätze", warnt Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Als Reaktion wollen laut Umfrage knapp 62 Prozent der Unternehmen die Lieferketten weiter diversifizieren, um unabhängiger zu werden. Kritisch sei aber, dass 57 Prozent Investitionsvorhaben reduzieren oder verschieben müssen. 22 Prozent sehen sich gezwungen, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung zu reduzieren. Weitere 13 Prozent denken über Personalabbau nach. Zwar stünden die M+E-Arbeitgeberverbände zu den Sanktionen gegenüber Russland, ein Gas-Embargo lehnten sie aber weiterhin entschieden ab.

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