Ansbach (dpa/lby) - Ein Hörsaal der Hochschule in Ansbach trägt nun den Namen des Inklusionsaktivisten Raul Krauthausen. Der 42-Jährige hat am Freitag den diesjährigen Bildungspreis der Hochschule in Mittelfranken erhalten. „Inklusion ist nicht Bullerbü. Inklusion ist das Annehmen und Aushalten von menschlicher Vielfalt“, sagte Krauthausen bei der Ehrung.
Krauthausen, der im Rollstuhl sitzt und kleinwüchsig ist, ist Gründer des Vereins Sozialhelden, der sich für Barrierefreiheit einsetzt. Er hat außerdem mehrere Bücher geschrieben, moderiert eine Talksendung und veröffentlicht verschiedene Podcasts. In Ansbach sagte er, Behinderung müsse permanent mitgedacht werden. „Die Zeit des Wünschens ist vorbei, ab jetzt ist es die Zeit der Forderungen, der Gesetze - und notfalls auch des Klagens“, so Krauthausen.
Eine von mehreren Laudationen hielt die Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel, die seit einem Trainingsunfall querschnittsgelähmt ist. „Raul, es braucht jemanden wie dich, der den Finger in die Wunde legt, bis alle endlich begreifen: nicht über uns, sondern mit uns“, sagte sie an Krauthausen gewandt. Inklusion sei ein Menschenrecht.
Die Hochschule vergibt den mit 2500 Euro dotierten Bildungspreis seit 2018 mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. In den Vorjahren ging dieser an die Sängerin Lena Meyer-Landrut, den Fußballspieler Philipp Lahm, den Schauspieler Hannes Jaenicke und die Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal.
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