Die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg hat einen ehemaligen Bundeswehrsoldaten wegen des Verdachts mehrfacher schwerer Vergewaltigung angeklagt. Er soll, so der Vorwurf, sechs Frauen teils schwer und in einem Fall mehrfach vergewaltigt und in mehreren Fällen die angeschuldigten Taten mit dem Mobiltelefon gefilmt haben. Der 30-Jährige war nach seinem Ausscheiden aus der Bundeswehr als Kämpfer im Ukraine-Krieg in Erscheinung getreten und medial als „Held im Donbass“ beschrieben worden. Die Bild hatte zwei Podcasts mit dem ehemaligen Bundeswehrsoldaten produziert, diese aber nach Bekanntwerden der Tatvorwürfe gelöscht.
Den Ermittlungen zufolge sollen sich die Taten in den Landkreisen Hof und Prignitz, im Ahrtal und im Schweizer Kanton Bern ereignet haben. Sie sollen, so die Zentralstelle Cybercrime Bayern, zum Teil „mit erheblichen Gewalteinwirkungen“ auf die Opfer verbunden gewesen sein. Die Generalstaatsanwaltschaft legt dem Angeschuldigten unter anderem fünf Fälle der schweren Vergewaltigung und vier Fälle der Vergewaltigung zur Last.
Bei einer Razzia seien zudem unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallende Leuchtspurmunition sowie weitere unter das Waffen- oder Sprengstoffgesetz fallende Gegenstände gefunden worden. Auch sollen auf diversen elektronischen Geräten und Speichermedien mehrere Tausend Bilddateien und Hunderte Videodateien mit kinderpornografischen Inhalten festgestellt worden sein. Auch dies ist Teil der Anklage.
Die Anklage wurde an eine Jugendkammer adressiert, da der Ex-Soldat zu einzelnen mutmaßlichen Tatzeitpunkten noch Heranwachsender war. Seit seiner Auslieferung aus der Ukraine im März 2025 befindet sich der 30-Jährige in Untersuchungshaft. Über eine Eröffnung des Hauptverfahrens muss nun das Landgericht Hof entscheiden. Für den Angeschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.


