Anfrage Bayern profitiert am meisten von Rüstungsexporten

  • Vom gesamten Rüstungsexport der deutschen Industrie kommen mit 4,3 Milliarden Euro 55 Prozent aus Bayern.
  • Gegenüber 2014 stiegen bayerische Waffenexporte um mehr als das Vierfache. Die Zahl der Kriegswaffen hat sich sogar versechsfacht.
  • Insgesamt setzten bayerische Unternehmen mit ihnen 1,8 Milliarden Euro um.
Von Lisa Schnell

Bayern profitiert am meisten von deutschen Rüstungsexporten. Vom gesamten Rüstungsexport der deutschen Industrie kommen mit 4,3 Milliarden Euro 55 Prozent aus Bayern. Das entspricht einem neuen Rekordwert und geht aus einer Anfrage hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Gestellt hat sie die bayerische Bundestagsabgeordnete Doris Wagner von den Grünen. Für sie haben "Rüstungsexporte aus Bayern ein unerträgliches Maß erreicht".

Gegenüber 2014 stiegen bayerische Waffenexporte um mehr als das Vierfache. Die Zahl der Kriegswaffen hat sich sogar versechsfacht. Insgesamt setzten bayerische Unternehmen mit ihnen 1,8 Milliarden Euro um. Der Großteil von ihnen sind Kampfpanzer, wohl vom Panzerbauer Kraus-Maffei Wegmann. Sie wurden alle ausnahmslos nach Katar geliefert.

90 Prozent der Kriegswaffen gingen in problematische Drittländer wie Katar oder Saudi-Arabien. Das ist achtmal so viel wie 2014. "Bayerische Rüstungsunternehmen befeuern damit Kriege und Konflikte wie den Krieg im Jemen und ignorieren massivste Menschenrechtsverletzungen", sagte Wagner. Dies ließen CSU-Politiker außer Acht, wenn sie sich über die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Rüstungsunternehmen freuen.

Aus dem bayerischen Wirtschaftsministerium heißt es dazu, es sei wichtig, alle Schritte von Forschung bis zur Produktion in Bayern zu erhalten. Außerdem trage eine leistungsfähige wehrtechnische Industrie dazu bei, die Sicherheit der Soldaten zu gewährleisten. Zu den Exporten in problematische Drittstaaten sagte eine Sprecherin: "Soweit der Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern in Drittländer erfolgen soll, unterliegt dieser einer strengen Kontrolle durch die Bundesregierung."

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