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Andrang in den Alpen:Grüne fordern Konzept für Tagestourismus

Die Landtags-Grünen fordern die Staatsregierung auf, ein Konzept für den Umgang mit den vielen Tagesgästen in den bayerischen Alpen zu entwickeln. "Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, und wir dürfen die ehrliche Gastfreundschaft, für die wir in Bayern bekannt sind, nicht aufs Spiel setzen", sagt der tourismuspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Christian Zwanziger. "Deshalb müssen wir handeln, indem wir beispielsweise attraktive Alternativen zur Anfahrt mit dem Auto schaffen." Die Grünen nehmen dabei den Tagestourismus ins Visier, weil dieser in den vergangenen Jahren stark angestiegen ist und vor allem in der Nähe von Ballungsräumen wie der Region München weiter zunehmen wird.

Beispiele für den Massenandrang in den bayerischen Bergen gibt es genug: Am oberbayerischen Königssee stehen an schönen Sommertagen die Ausflügler bis zu zwei Stunden in der Schlange, bis sie auf eines der Fahrgastschiffe können, das sie auf die berühmte Halbinsel St. Bartholomä unterhalb des Watzmanns übersetzt. Am Ende der A 95 bei Eschenlohe stauen sich an Wochenenden mit gutem Bergwetter schon früh morgens die Autos der Wanderer. Im Allgäu wehren sich viele Einheimische gegen einen Freizeitpark am Grünten, weil sie einen Massenansturm befürchten. "Gerade der Verkehr birgt ein enormes Konfliktpotenzial", sagt Zwanziger. "Verstopfte Straßen, Parkplatznot, überfüllte Bahnen, Müll und Lärm stoßen immer öfter auf den Unmut der Einheimischen."

Deshalb fordern die Grünen maßgeschneiderte Konzepte, wie die Hauptregionen des Tagestourismus den Ansturm besser bewältigen können. Aber nicht nur das. Die Staatsregierung soll überhaupt einmal die Bedeutung des Tagestourismus statistisch erfassen lassen. Und zwar sowohl was die Wertschöpfung an den Zielorten anbelangt als auch deren Einzugsgebiete und die Anreisearten der Ausflügler. Bisher gebe es nämlich keine verlässlichen Daten, sagt Zwanziger. Aber das Bevölkerungswachstum vor allem im Ballungsraum München werde sich fortsetzen, Fachleute sprechen von einem jährlichen Zuzug von bis zu 30 000 Neubürgern in die Landeshauptstadt und ihre Umgebung. Und damit werde auch der Druck auf die bayerischen Berge und die Ausflugsorte dort rasant anwachsen.