Regierung bestätigtErdgas aus Bayern: Seit Freitag wird in Reichling gebohrt

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In der Gasbohranlage (Aufnahme mit Drohne) bei Reichling hat am Freitag offenbar der Probebetrieb begonnen.
In der Gasbohranlage (Aufnahme mit Drohne) bei Reichling hat am Freitag offenbar der Probebetrieb begonnen. (Foto: Peter Kneffel/dpa)

Anwohner und Umweltschützer hatten lange versucht, die Suche nach Erdgas in Oberbayern zu verhindern. Nun ist klar: Unweit des Ammersees hat die umstrittene Bohrung ganz offiziell begonnen.

Am Ende dauert es fast 72 Stunden, bis die offizielle Mitteilung da ist. Erst um 12.57 Uhr am Montagmittag bestätigt ein Sprecher der Regierung von Oberbayern auf Anfrage, was viele Augen- und Ohrenzeugen seit Freitagnachmittag bereits erahnen: In der idyllischen Gemeinde Reichling unweit des Ammersees hat die umstrittene Bohrung nach Erdgas begonnen.

Damit ist das Projekt deutlich später gestartet als geplant. Ursprünglich hatten die Bohrarbeiten im ersten Quartal 2025 beginnen sollen, hatten sich aber immer wieder verzögert. In den vergangenen Tagen war ein etwa 40 Meter hoher Bohrturm errichtet worden.

Tagelang hatte eine offizielle Bestätigung des Bohrbeginns gefehlt, weder die Regierung von Oberbayern noch das Wirtschaftsministerium oder das Unternehmen hatten entsprechende Anfragen beantwortet. An Ort und Stelle waren aber bereits seit Freitagnachmittag teils sehr laute Bohrgeräusche von der Anlage zu hören gewesen.

Vor mehr als einem Jahr, am 26. Juni 2024, hatte das Bergamt Südbayern der Firma Genexco Gas die Probebohrung genehmigt, nun ist es losgegangen. In der Gemeinde im Landkreis Landsberg sowie bei Umwelt- und Naturschützern ist das Projekt sehr umstritten. Immer wieder hatte es Proteste gegeben. Hinter den Förderplänen steht die „Energieprojekt Lech Kinsau 1 GmbH“, die zu 80 Prozent im Besitz der MRH Mineralöl-Rohstoff-Handel GmbH mit Sitz in Düsseldorf ist und zu 20 Prozent von der Genexco GmbH gehalten wird.

Sollte die Probebohrung erfolgreich sein, plant das Unternehmen eine Förderung von Erdgas über zehn bis 15 Jahre. Es wird eine Gasmenge von 400 bis 500 Millionen Kubikmetern vermutet. Diese könnte in der Förderzeit den heimischen Gasbedarf von 10 000 bis 15 000 Haushalten decken. Ob das Gas aber wirklich gefördert werden kann, wird sich erst im Zuge der Probebohrung herausstellen. Mit 96 Prozent wird der Gas-Bedarf in Deutschland fast vollständig aus Importen gedeckt, wie die Gas- und Wasserstoffwirtschaft e.V. auf Anfrage mitteilte.

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