Altmühltaler Mineralbrunnen Weißenburg zieht vor Gericht

Stadtrat beschließt Klage gegen Wasserentnahme durch Firma

Von Uwe Ritzer, Weißenburg

Der Bescheid ist erst wenige Tage alt. Darin kürzt das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen einem kommunalen Wasserversorger die Entnahme von Tiefengrundwasser für die öffentliche Versorgung. Begründung: "Aufgrund der Übernutzungstendenzen des überdeckten Sandsteinkeupers wäre eine Entnahmesteigerung fachlich nicht vertretbar." Umso verwunderlicher, dass einem der größten deutschen Mineralwasserkonzerne nur wenige Kilometer entfernt in Treuchtlingen die Entnahme von zusätzlichen 300 000 Kubikmetern Tiefengrundwasser aus demselben Sandsteinkeuper-Reservoir zur Mineralwasserproduktion erlaubt werden soll. Zumindest nach Ansicht des zuständigen Wasserwirtschaftsamtes Ansbach.

Viele Bürger im südlichen Mittelfranken können das nicht nachvollziehen und entsprechend wächst der Widerstand gegen die Pläne der Firma Altmühltaler Mineralbrunnen. Der Stadtrat im benachbarten Weißenburg hat am Donnerstagabend einstimmig beschlossen, vor Gericht zu klagen, sollte das Landratsamt den Antrag genehmigen. Sie fürchtet um ihre öffentliche Wasserversorgung, die ebenfalls aus den Tiefengrundwasserschichten gespeist wird.

Die Weißenburger reklamieren erhebliche formaljuristische Fehler im laufenden Genehmigungsverfahren. Vor allem aber sei es nicht nachvollziehbar, "dass ein öffentlicher Wasserversorger seinen Bedarf nachweisen muss, nicht aber ein privater Nutzer, der das Wasser in Flaschen abfüllen und verkaufen will", sagt Oberbürgermeister Jürgen Schröppel.

Es geht bei alledem um einen siebenjährigen Probebetrieb, in dessen Verlauf die Entnahmemenge auf 300 000 Kubikmeter steigen soll. Die Firma erklärte, sie sei sich des Risikos bewusst, dass der Probebetrieb jederzeit eingestellt werden könnte und keine dauerhafte Genehmigung damit verbunden sei. Kritiker fürchten jedoch, dass Fakten geschaffen werden, weil Altmühltaler eine 65-Millionen-Euro-Investition in Treuchtlingen an eine höhere Wasserentnahme knüpft.

Sollte das Landratsamt den Probebetrieb genehmigen und die Stadt Weißenburg dagegen klagen, droht ein jahrelanger Rechtsstreit. Der würde das Vorhaben blockieren, es sei denn, das Landratsamt ordnet die sofortige Vollziehbarkeit an, was allerdings den Bürgerprotest weiter schüren würde. Die Weißenburger haben derweil das bayerische Umweltministerium aufgefordert, in ihrem Sinne ein Machtwort zu sprechen.