Süddeutsche Zeitung

Alternative für Deutschland:Andre Wächter ist neuer AfD-Vorsitzender

Die Querelen um die neue Führung der Anti-Euro-Partei AfD in Bayern sind beigelegt: Die Mitglieder haben Ex-Schatzmeister Andre Wächter zum neuen Landeschef gewählt. Die Frage einer Landtagskandidatur sorgt weiter für hitzige Debatten.

Von Wolfgang Wittl

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat einen neuen Landesvorstand. Zwei Wochen nach den tumultartigen und ungültigen Wahlen auf dem Landesparteitag in Ingolstadt haben die Mitglieder den Coburger Andre Wächter zum AfD-Vorsitzenden in Bayern gewählt. Der bisherige Schatzmeister setzte sich am Sonntag in Nürnberg mit 215 von 265 Stimmen deutlich gegen seinen Gegenkandidaten Norbert Leineweber durch.

Die erneute Zusammenkunft war nötig geworden, da der erste Parteitag wegen möglicher Wahlfälschung abgebrochen werden musste. Damals hatte sich der stellvertretende Vorsitzende Martin Sichert knapp gegen Landeschef Wolf-Joachim Schünemann durchgesetzt. Beide traten diesmal nicht mehr an.

Gegen Sichert prüft der AfD-Bundesvorstand mittlerweile ein Ausschlussverfahren wegen womöglich ausländerfeindlicher Äußerungen. Der 32-Jährige hatte den Wehrmachtsgeneral Erwin Rommel im Internet als "eine der ehrenhaftesten Gestalten des Zweiten Weltkriegs" bezeichnet und gefragt: "Warum sind es immer Türken, die Kanakensprache sprechen?" Der neue Landesvorsitzende Wächter soll laut AfD-Kreisen keinem der beiden Lager zuzurechnen sein.

Ob die AfD zu den Landtagswahlen antritt, wollen die Mitglieder nun möglicherweise in einer Urabstimmung klären. Der Bundesvorsitzende Bernd Lucke hatte sich deutlich dagegen ausgesprochen.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.1681781
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ vom 27.05.2013
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.