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Allgäuer Rinderhalter:Neuerliche Verstöße gegen den Tierschutz

Aus der Sicht des SPD-Landtagsabgeordneten Florian von Brunn ist das "ein klassischer Fall von Behördenversagen": Seit bald zwei Jahren steht ein großer Rinderhaltungsbetrieb in Bad Grönenbach (Landkreis Unterallgäu) im Verdacht, massiv gegen das Tierwohl verstoßen zu haben, inzwischen ist Anklage gegen den Landwirt, seinen Sohn und diverse Mitarbeiter erhoben worden. Nun wird dem Betrieb vorgeworfen, abermals gegen das Tierwohl zu verstoßen, in den Ställen stehen offenbar zu viele Rinder. Und die Bayerische Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) muss einräumen, dass die Vorwürfe zutreffen. "Ich verstehe nicht, dass das möglich ist", sagt Brunn. "Der Freistaat muss durchsetzen, dass die Tierschutzvorgaben eingehalten werden. Das ist es, was die Bevölkerung erwartet." Öffentlich geworden ist der Fall durch eine Tierschutzorganisation, die Filmaufnahmen von dem überbelegten Stall gedreht hat. Nach Angaben der KBLV hatten Kontrolleure bereits vor einiger Zeig festgestellt, dass auf dem Hof zu viele Rinder gehalten werden. Dann habe der Landwirt den Bestand um mehrere Hundert Tiere reduziert, sagte ein KBLV-Sprecher, aber noch nicht ausreichend. Zuletzt sei der Bestand sogar wieder leicht angestiegen. Schließlich habe die KBLV dem Landwirt eine Frist bis Ende Februar 2021 gesetzt, um die Zahl der Rinder zu verringert. Für den Fall, dass der Landwirt weiterhin zu viele Tiere in seinem Stall hält, kündigte die KBLV ein Zwangsgeld gegen den Landwirt an.

© SZ vom 10.03.2021 / cws
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