Tradition im Allgäu:Sollen noch immer Hexenpuppen im Funkenfeuer brennen?

Tradition im Allgäu: Bei dem vor allem im schwäbisch-alemannischen Raum verbreiteten Brauch der Funkenfeuer, hier in Schwangau, soll symbolisch der Winter ausgetrieben werden.

Bei dem vor allem im schwäbisch-alemannischen Raum verbreiteten Brauch der Funkenfeuer, hier in Schwangau, soll symbolisch der Winter ausgetrieben werden.

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Im Allgäu symbolisieren am Wochenende wieder große Feuer den Übergang vom Winter in den Frühling. Strittig ist, ob dabei Strohpuppen verbrannt werden müssen. Und warum ausgerechnet eine Frauenfigur?

Von Florian Fuchs, Augsburg

In Schwangau freuen sie sich schon auf den Sonntagabend. Da wird, pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit, wieder ordentlich gezündelt: Christbäume, Bretter, Äste kommen auf einen großen Haufen für eines der beeindruckenden Funkenfeuer, wie sie im Allgäu viele kleine und große Ortschaften am ersten Wochenende der Fastenzeit entzünden. 1847, schreibt die Gemeinde, ist das Funkenfeuer in Schwangau erstmals urkundlich erwähnt. In der Mitte des bis zu 50 Ster Holz mächtigen Funkenhaufens platzieren die Schwangauer auch dieses Jahr wieder eine Stange mit einer Hexenpuppe daran - erst wenn sie verbrannt ist, nach rund 45 Minuten, gilt der Winter endgültig als ausgetrieben.

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