bedeckt München 21°

Allgäu:Hunderte demonstrieren gegen Tierquälerei

Tierschützer demonstrieren gegen Viehhaltung

Nach einer Kundgebung in der Ortsmitte zogen die Teilnehmer zu dem Milchviehbetrieb.

(Foto: Benjamin Liss/dpa)

Tierschützer prangerten in Bad Grönenbach die angeblichen "Foltermethoden" in einem der größten bayerischen Milchviehbetriebe an. Videos zeigen, wie Kühe dort misshandelt wurden.

Gegen mutmaßliche Tierquälerei auf einem der größten Milchviehbetriebe in Bayern haben am Sonntag Hunderte Tierschützer demonstriert. Mit Transparenten mit Aufschriften wie "Die Würde der Tiere ist unantastbar" und "Stopp der Massentierhaltung" prangerten sie in Bad Grönenbach die angeblichen "Foltermethoden" des Betriebs gegenüber "wehrlosen Kühen" an. Die Polizei sprach von mehreren hundert Demonstranten. Die Proteste verliefen ihren Angaben zufolge friedlich.

Nach einer Kundgebung in der Ortsmitte zogen die Teilnehmer zu dem Milchviehbetrieb. Vor dem Hof, dessen Tore mit Gitterzäunen abgeriegelt waren, prangerte eine Tierärztin in einem Redebeitrag die angeblichen tierquälerischen Praktiken in dem Betrieb an. Mitarbeiter des Betriebs hätten die Kundgebung der Tierschützer mit dem Mobiltelefon gefilmt, berichtete ein Augenzeuge.

Videoaufnahmen aus den Ställen des Milchviehhalters zeigen, wie Kühe getreten und geschlagen oder mit einem Traktor durch einen Stall geschleift werden. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen. Derzeit laufen Prüfungen, ob die Aufnahmen authentisch sind.

Umwelt und Naturschutz in Bayern Warum die Überwachung beim Tierschutz oft ein Saustall ist

Milchviehbetrieb

Warum die Überwachung beim Tierschutz oft ein Saustall ist

Die Zustände in einem Betrieb im Allgäu zeigen erneut: Viele Ämter arbeiten schlampig, informieren schlecht und kontrollieren manchmal nur einmal im halben Jahrhundert.   Kommentar von Katrin Langhans