Lobbyarbeit:"Auf Akquise durch Herrn MdL Dr. Sauter"

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Der damalige CSU-Landtagsabgeordnete Alfred Sauter fädelte zu Beginn der Corona-Krise lukrative Maskengeschäfte mit der Staatsregierung ein. Nun will die das Geld zurückhaben. (Foto: imago images/Rolf Poss)

Der CSU-Strippenzieher fädelte 2019 einen Geschäftstermin zwischen Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und dem TÜV Süd ein. Der Abgeordnete stand auf der Honorarliste des Unternehmens. Und das wiederum ist Atomprüfer für den Freistaat. Ein Interessenkonflikt?

Von Johann Osel und Klaus Ott, München

Was das Wort "Akquise" bedeutet, lässt sich im Duden nachlesen, unter Akquisition: Gewinnung von Kunden, Aufträgen, Fördergeldern oder Ähnlichem. Es geht also ums Geld. Insofern war es sehr bezeichnend, was Bayerns Innenministerium im April 2019 über ein bevorstehendes Treffen von Minister Joachim Herrmann (CSU) mit einem Vorstandsmitglied des Konzerns TÜV Süd notiert hat. TÜV-Süd-Finanzvorstand Matthias Rapp habe diesen Termin im Mai 2019 "auf Akquise durch Herrn MdL Dr. Sauter erhalten". Der Konzern wolle dem Ministerium seine Dienste in Sachen Cyber-Security anbieten und für die Sicherheit sensibler Daten sorgen. MdL steht für Mitglied des Landtags.

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