Kritik an Energiepolitik:Ilse Aigner: "Mit Fakten nicht immer durchgedrungen"

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Kritik an Energiepolitik: Landtagspräsidentin Ilse Aigner galt neben Markus Söder 2018 als aussichtsreiche Kandidatin auf die Nachfolge von Ministerpräsident Horst Seehofer. Am Ende setzte sich Söder durch.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner galt neben Markus Söder 2018 als aussichtsreiche Kandidatin auf die Nachfolge von Ministerpräsident Horst Seehofer. Am Ende setzte sich Söder durch.

(Foto: Tobias Hase/dpa)

Die CSU-Politikerin und Landtagspräsidentin kritisiert den Widerstand gegen neue Stromtrassen in Bayern - und gibt damit Ministerpräsident Söder eine Mitschuld an der Abhängigkeit von Atomstrom.

Der Widerstand der CSU gegen den Bau neuer Stromtrassen war nach Ansicht von Landtagspräsidentin Ilse Aigner ein Fehler. Auch deswegen sei Bayern "beim Strom abhängiger als andere von Atomkraftwerken und es gibt Engpässe bei den Leitungen von Nord nach Süd", sagte die Chefin der Oberbayern-CSU Zeit Online.

Aigner betonte, sie habe 2015 als bayerische Energieministerin bei dem damaligen Ministerpräsident Horst Seehofer und dem damaligen Heimatminister Markus Söder (alle CSU) für die Trassen geworben, sich aber nicht durchsetzen können. "Mit den Fakten bin ich leider nicht immer durchgedrungen", sagte Aigner. Dennoch sei die Kritik, Bayern habe den Ausbau der erneuerbaren Energien verschlafen, "zum übergroßen Teil" nicht gerechtfertigt, betonte Aigner. "Beim Ausbau von Solarenergie, Wasserkraft und Biomasse sind wir deutlich an der Spitze."

Sie warnte zugleich davor, den Streit zwischen den Bundesländern in der Energiekrise weiter zu eskalieren: "Wenn man versucht, den Süden zu schwächen, wird auch dem Norden bald das Geld ausgehen. Man kann sich ja ausrechnen, wie viel aus dem Süden jedes Jahr in den Länderfinanzausgleich fließt. Keiner kann ein Interesse daran haben, den Industriestandort in Bayern und Baden-Württemberg zu schwächen."

Um ihren Beitrag in der Energiekrise zu leisten, dusche sie jetzt kürzer, sagte Aigner: "Jede Kilowattstunde, die wir als Gesellschaft nicht verbrauchen, müssen wir auch nicht bezahlen", sagte sie. Bei der Landtagswahl in Bayern 2023 werde die CSU für die Wiederwahl Söders kämpfen, sagte Aigner, die zwischenzeitlich als schärfste Konkurrentin galt: "Er ist ohne Zweifel ein sehr starker Ministerpräsident, das ist unübersehbar, unbestritten sehr fleißig und sehr durchsetzungsfähig. Die CSU ist dennoch nur stark als Team, aber das weiß Markus Söder auch."

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