Freising (dpa/lby) - Langanhaltende Trockenheit fordert auch in Bayern die Landwirtschaft heraus: Mit einem Forschungsprojekt zu Erdnüssen, Sesam, Schwarzkümmel, Bohnen und Reis reagiert die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) auf den Klimawandel sowie auf Ernährungstrends.
Am LfL-Standort Ruhstorf an der Rott (Landkreis Passau) gedeihen seit einigen Wochen Pflanzen, die Trockenheit gut aushalten oder zumindest die Wärme mögen, wie LfL-Fachmann Klaus Fleißner berichtet. Auch an den Standorten Baumannshof (Landkreis Pfaffenhofen) und Schwarzenau (Landkreis Kitzingen) wird geforscht.
Der Agraringenieur experimentiert schon länger mit der Anzucht von Erdnüssen. Aktuell hat er Sorten aus Usbekistan, Zypern, Bulgarien und Australien angepflanzt. Der Vorteil von Erdnüssen? Sie seien Pfahlwurzler, deren Wurzel schon vier Wochen nach der Saat bis zu zwei Meter tief in den Erdboden reichten, so Fleißner.
Auch die Augenbohne und die Mungbohne seien trockentolerante Eiweißpflanzen. Deren Laub könnte zudem getrocknet und dann gemahlen als Kraftfutter für Rinder verwendet werden.
Angesichts steigender Temperaturen sagte Fleißner: „Wir werden in 30 Jahren eine andere Landwirtschaft machen.“ Ziel des Projektes sei es, wärmeliebende und vor allem subtropische Kulturarten zu etablieren, hierfür sei er auch schon mit Landwirten in Kontakt.
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