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Affäre um Landrat Kreidl:Freie Wähler wollen Geld zurückzahlen

Die Zuwendungen der Sparkasse gehörten im Kreis Miesbach viele Jahre zum öffentlichen Leben. So kaufte Ex-Sparkassenchef Bromme 2010 von Herzog Max in Bayern einen Teil der Tegernseer Pfarrkirche, den sogenannten Psallierchor. Brommes Nachfolger Martin Mihalovits versucht händeringend, das architektonische und kunsthistorische Kleinod wieder zu verkaufen, weil es nicht genutzt werden kann. Der Preis liegt angeblich zwischen einer und 1,5 Millionen Euro. Ob ihn die Sparkasse jemals erzielt, ist unklar.

Und noch mindestens eine Immobilie will die Sparkasse loswerden. Bromme hatte der Gemeinde Bayrischzell 2006 die 96 Hektar große Geitauer Alm abgekauft. Die klamme Gemeinde hatte seinerzeit kaum noch eine andere Möglichkeit, an Geld zu kommen. Angeblich ließ sich die Sparkasse die Alm etwa eine halbe Million Euro kosten.

Derweil machen die Freien Wähler in Miesbach und ihr Landratskandidat Norbert Kerkel junior reinen Tisch mit der Sparkasse. Kerkel ist Sohn des 2008 verstorbenen Miesbacher Altlandrats Norbert Kerkel. Als der 2001 seinen 60. Geburtstag feierte, unterstützte die Geldinstitut auch dieses Fest - mit 16 650 Mark oder 8513 Euro. "Wir haben das alles erst im Zuge der Debatten über die Feier von Landrat Kreidl erfahren", sagt Kerkel junior. "Vorher haben wir nicht gewusst, dass die Sparkasse das Fest meines Vaters gesponsert hat." Er habe sich gleich mit seiner Mutter beraten. Das Ergebnis: "Ein solches Sponsoring ist nicht richtig", sagt Kerkel junior. "Wir zahlen die 8513 Euro zurück."

© SZ vom 19.02.2014/ahem/rus

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