Affäre um CSU-Landrat in Miesbach 120.000 Euro für Kreidls Geburtstag

120 000 Euro hat Jakob Kreidls Geburtstagsfeier gekostet. Die Sparkasse Miesbach hat sie mitfinanziert.

Die Geburtstagsparty des Miesbacher CSU-Landrats war teurer als bisher bekannt. Etwa 120.000 Euro soll die Feier von Jakob Kreidl gekostet haben - einen Großteil davon bezahlte die Miesbacher Sparkasse. Auch bei anderen Anlässen zeigte sich das Geldinstitut äußerst großzügig.

Von Heiner Effern, Frank Müller und Christian Sebald

Die Geburtstagsfeier des Miesbacher Landrats Jakob Kreidl (CSU) hat fast 120 000 Euro gekostet. Wie das Miesbacher Landratsamt am Montag auf Anfrage der SZ erklärte, hat allein der Landkreis Miesbach 33 200 Euro für das Fest am 16. August 2012 im Schlierseer Bauerhofmuseum des Ex-Skistars Markus Wasmeier bezahlt. Die Sparkasse Miesbach-Tegernsee übernahm nach ihren eigenen Angaben einen Kostenanteil von 77 000 Euro.

Dazu kommen noch die 7600 Euro, die Kreidl bisher als seine persönlichen Kosten genannt hatte. Kreidl selbst äußerte sich am Montag nicht. Bislang hatte der Landrat einen Betrag von 68 600 Euro als Kosten für seine Feier angegeben. Darin waren aber nicht die Steuern enthalten, die für die Einladung fällig geworden waren.

Im Landkreis Miesbach ist derweil die Verärgerung immens, dass weder der Kreistag noch der Verwaltungsrat der Sparkasse mit dem Geburtstagsfest und den immensen Kosten befasst wurden - zumindest nicht im Vorfeld. "Wir haben nichts davon gewusst", hieß es aus dem Kreistag wie aus dem Verwaltungsrat. "Und Abstimmungen hierzu gab es gar keine." Die waren laut Landratsamt nicht nötig.

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Außerplanmäßige Ausgaben

Für die Ausrichtung des Festes habe man 25 000 Euro in den Kreishaushalt 2012 eingestellt - und zwar unter dem Titel "Öffentlichkeitsarbeit", erklärte die Behörde. Der Grund dafür: Zu Kreidls Fest seien zahlreiche Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft aus dem Landkreis eingeladen worden. Die Summe sei im Rahmen der üblichen Gesamtverabschiedung des Kreishaushaltes genehmigt worden. Auch über die 8000 Euro, die über die 25 000 Euro hinaus für das Fest fällig geworden wurden, habe es keine eigene Abstimmung gegeben.

Laut Geschäftsordnung des Kreistags "sind der Landrat und seine Stellvertreter berechtigt, außerplanmäßige Ausgaben bis zur Höhe von 25 000 Euro zu übernehmen, soweit eine Deckung im Haushalt insgesamt sichergestellt ist", heißt es in der Erklärung. Letzteres sei 2012 der Fall gewesen. Man habe also kein Gremium damit befassen müssen.