Ärger um Holocaust-Vergleich SPD-Vize Rupp attackiert Bischof

SPD-Politikerin Adelheid Rupp greift Bischof Mixa an: Mit seinen Äußerungen kriminalisiere er Frauen und verharmlose die Verbrechen des NS-Regimes.

Die bayerische SPD-Vizechefin Adelheid Rupp hat den Augsburger Bischof Walter Mixa für seine Äußerung zum Holocaust und zu Abtreibungen scharf attackiert. "Wer Frauen, die sich nach langen Überlegungen zum Schwangerschaftsabbruch durchringen, mit den Tätern des Massen- und Völkermordes gleichsetzt, kriminalisiert die Frauen und verharmlost die einzigartigen Verbrechen des NS-Regimes", sagte Rupp am Sonntag in München.

Die Fränkische Landeszeitung hatte vergangene Woche unter der Überschrift "Bischof relativiert Holocaust" über Mixas Auftritt am politischen Aschermittwoch der CSU in Dinkelsbühl berichtet. Der Bischof habe die Zahl der in der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten Juden mit der geschätzten Menge der in den vergangenen drei Jahrzehnten vorgenommenen Abtreibungen verglichen. Das Bistum Augsburg wies den Bericht "mit Empörung" zurück. Von einer Relativierung des "grauenvollen Unrechts gegen das jüdische Volk" könne überhaupt keine Rede sein.

Rupp betonte, die durch das Bistum nachgeschobenen Erklärungen zur Aschermittwochsrede des Bischofs bestärkten nur die Aussagen Mixas. Angeblich habe sich der Bischof mit seinem Vergleich vom Traditionalistenbischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson distanzieren wollen.

"Letztlich hat er aber nur das erzkonservative Lager in der katholischen Kirche gestärkt", sagte Rupp, die auch Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in Bayern ist. Sie fügte hinzu: "Anscheinend glaubt er, dass Frauenfeindlichkeit das richtige Mittel sei, um Antisemitismus auszutreiben."