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Abschaltung der Atomkraftwerke:Bayern muss Strom importieren

Bayern kann seinen eigenen Energiebedarf immer weniger durch Eigenproduktion decken. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums musste der Freistaat bereits in den Jahren 2018 und 2019 im großen Umfang Strom importieren, 2018 waren dies rund 12,8 Terawattstunden (TWh), 2019 waren es 10,8 TWh. Dies entspricht in beiden Jahren etwa 12,5 bis fast 15 Prozent des Gesamtverbrauchs, der je bei 85 bis 86 TWh lag. Neuere Zahlen lagen dem Ministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht vor.

Wenn Ende dieses Jahres der Atommeiler Gundremmingen im schwäbischen Landkreis Günzburg vom Netz geht und ein Jahr später der letzte noch verbliebene Reaktor mit Isar 2 unweit von Landshut, dann dürfte ab Anfang 2023 die bayerische Energiebilanz noch defizitärer ausfallen. Denn allein Isar 2 produziert rund 12 Prozent des gesamten Stroms in Bayern (rund 11 TWh) und versorgt damit 3,5 Millionen Haushalte. Gundremmingen liefert jährlich mit 10 TWh nur knapp weniger. In Summe fehlen damit rund 22 TWh, um den Energieverbrauch zu decken.

Zwar setzt die Staatsregierung seit einiger Zeit vermehrt auf den Ausbau von Erneuerbaren Energien - allen voran auf die Sonnenkraft, bei der bis 2035 mehr als eine Verdoppelung der installierten Leistung angestrebt wird - doch eine Deckung der Energiebilanz wird auf absehbare Zeit kaum möglich sein.

© SZ vom 07.06.2021 / dpa
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